Mythos Amiga

Was hat uns der Name Amiga heutzutage zu bieten? Einen unvergeßlichen Mythos – und 79 Angestellte.

Soviele Mitarbeiter hat Amiga Inc. heute – wenn auch, laut Heise, zumeist in Indien. Ansonsten steht der Name Amiga nur noch für Vaporware. Amiga ist also ein Produkt, das in der Gegenwart nicht mehr als heiße Luft ist. Amigafans, wie auch ich einer bin, kennen die zahlreichen vollmundigen Versprechungen seit dem Abgang von Commodore. Und viele wollen sie auch glauben, verbinden sie doch mit dem Amiga schöne Erinnerungen und eine glorreiche digitale Ära. Doch ist seit dem Ende von Commodore nichts Entscheidendes geschehen. Jetzt wurden zwar (wieder einmal) neue Geräte angekündigt, die mit Freescale-MPC8349E-Prozessor und bis zu 677 MHz, bis zu einem Gigabyte DDR2-RAM, USB und SATA daherkommen sollen, doch verfügbar ist (wie bisher auch) – nichts. Ganz im Gegenteil: wie nun bekannt wurde – eine neue Dimension in Luftnummernakrobatik rund um den Amiga – konnte Amiga Inc. ein großspurig angekündigtes Sponsoring in Höhe von zehn Millionen US-Dollar in Kent (USA) nicht einmal ansatzweise übernehmen, da es bereits an der Teilvorauszahlung von 2,5 Millionen US-Dollar haperte. Darüberhinaus streitet sich die Firma wohl zudem mit den Firmen Hyperion und Itec in recht schrägen Prozessen um Markenrechte. Es bleibt also bei großen Sprüchen und wenig Substanz. Zumindest wird es (noch) nicht langweilig. [LINK>138]
[LINK>139]

Stephan Humer

Über Stephan Humer

Mitbegründer und -herausgeber von Magazin und Website. Und das, ohne das Label „Generation C64″ wie eine Monstranz vor sich her zu tragen. Mag es, über die Grenzen der Chips hinauszuschauen.

2 Gedanken zu „Mythos Amiga

  1. Hat nicht irgendwer einmal gesagt, schlechte Publicity sei immerhin noch besser als gar keine? Naja, im Fall von Amiga dürfte es ja dann keinerlei Grund zur Beschwerde geben. Von was lebt das Unternehmen eigentlich noch? Irgendwas müssen die doch verkaufen – und wenn’s nur Handyspielchen sind. Naja, ich meine, mit denen kann man abschließen. Den nächsten ’neuen‘ Amiga, auf den ich mich noch freue, hat Individual Computers entwickelt … frage mich nur, wann er endlich kommt …

  2. Jaja, der Amiga. Eigentlich ist er eine eigene RETRO-Lounge wert – ich hab schliesslich auch noch einen A1000 hier ´rumstehen. Nur ist die Frage, was daran interessanter ist: der Flashback durch den Systemstart oder die Unterschriften im Gehäusedeckel…

    „Neue Amigas“ wären (wenn sie denn mal erscheinen würden) wohl nur „neue Amigas“. Weder wirklich Amiga noch wirklich retro.

Kommentare sind geschlossen.