Macher und Community der englischen NES-Fanseite nes-bit.com bringen nun nach monatelanger Vor- und Zusammenarbeit ihr erstes NES-Magazin heraus, zunächst als pdf-Version. Eine gedruckte Variante wird auf der Replay Expo im November erhältlich sein. Die erste Ausgabe des NES-Magazins bietet einen „Collector’s Guide“, einen Vergleich von NES-Verpackungen verschiedener Länder, einen Artikel über Joysticks und Gamepads und einiges mehr. Das könnte nicht nur für NES-Fans interessant sein, zumal die pdf-Variante umgerechnet nur rund 2,30 EUR kostet.
Eine bemerkenswerte Leistung haben diesen Monat einige Fans des Commodore C64 vollbracht. Sie schlossen eine 22-jährige Lücke und versorgten den Brotkasten mit einer Umsetzung des Klassikers „Prince of Persia“. Laut Jordan Mechner, dem Programmierer und Erfinder des Spiels, fand sich zu dessen Erscheinen 1989 niemand, der eine Portierung auf den C64 machen wollte („Back in 1989, when I was making POP on the Apple II, I couldn’t get anyone interested in doing a C64 port… because it was too old a system“). Basierend auf der ursprünglichen Version für Apple II holten die Fans das nun nach.
Details zum Spiel findet man im Blog der Entwickler. Dort kommentierte Jordan die fertige Version auch selbst: „I‘m amazed and humbled by the amount of work this must have taken.“
Das fertige Programm läßt sich hier kostenlos herunterladen. Man kann es entweder im Emulator spielen, oder mit einer EasyFlash-Cartridge
auf einem regulären C64 oder C128.
Die Qualität der Umsetzung ist wirklich beeindruck, wie man an folgendem Video sehen kann:

In unregelmäßigen Abständen präsentieren wir das eine oder andere Demo aus der Commodore 64 Szene. Besonderes Augenmerk wollen wir heute auf Apparatus von Lepsi De & Miracles lenken, welches vor drei Tagen im Rahmen der Silesia Party 5 veröffentlich wurde. Wie üblich reicht ein handelsüblicher unmodifizierter C64.
Redspotgames und NG:Dev.Team haben jeweils einen Veröffentlichungstermin für ihr nächstes kommerzielles Dreamcast-Spiel bekannt gegeben. Redspotgames vertreibt dabei ein von Duranik entwickeltes Shoot‘em Up namens Sturmwind und bringt es am 11.11.2011 heraus.
Für weitere Informationen siehe www.sturmwind.duranik.com .
Für Informationen zu GunLord von NG:Dev.Team siehe die Meldung weiter unten.
Die Replay Expo 2011 Videospielmesse findet in zehn Tagen erneut statt – Um genau zu sein vom 5-6 November 2011 in Blackpool, England. Gespielt wird klassisches aber auch modernes, sollte man zufällig in der Gegend sein, könnte ein Besuch lohnen.
Wir berichteten bereits am 1. Mai 2011 über das Turrican lastige Gun-Lord – einem Jump‘n'Shoot Spiel der Spieleschmiede NG:DEV.Team. Ab heute ist das Game für Neo Geo MVS, Neo Geo AES sowie Dreamcast vorbestellbar und ein offizieller Trailer wurde ins Netz gestellt. Bis auf den Namen könnte man das Spiel fast als Turrican 4 betrachten, aber urteilt selbst.
Es tut sich etwas hinter den Kulissen des RETRO-Magazins: ab sofort wird der Twitter-Account @retrolounge stillgelegt. Meine Aufmerksamkeit gilt twittertechnisch nun @retromagazin, da sich Seba, RETRO-Urgestein und bisheriger Twitterer, anderen Dingen widmen wird.
Ich hoffe, daß ich die gelungene Arbeit von Seba erfolgreich weiterführen und die Attraktivität unseres Twitter-Accounts ausbauen kann und freue mich deshalb auch auf eure Anregungen: wann folgt ihr jemandem bei Twitter? Was ist für euch ein gelungenes Twitterangebot? Schreibt mir per Mail (stephan @ retromagazine.eu) oder hier in der Kommentarspalte!
Am vergangenen Dienstag Morgen ist der Berliner Medien- und Kulturwissenschaftler Friedrich Kittler im Alter von 68 Jahren gestorben. Kittler hat die deutschen Geisteswissenschaften seit Anfang der 1980er Jahre maßgeblich geprägt, dadurch, dass er ihr medienhistorisches Apriori an die vorderste Stelle gerückt hat und in Büchern wie „Aufschreibesysteme 1800/1900″, „Grammophon – Film – Typewriter“ oder „Draculas Vermächtnis – Technische Schriften“ auf die Verflechtungen von Technik, Sprache, Psyche und Kunst hingewiesen hat. Seit 1993 ist er in Berlin Professor für Geschichte und Ästhetik der Medien am Institut Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität gewesen, wo er bis zuletzt lehrte und auftrat.
Kittlers besonderes Augenmerk galt dem Digitalcomputer, dem er als Erfindung des Krieges eine zentrale Bedeutung für das Verständnis der Kultur des 20. Jahrhunderts beimaß. Er beließ es hier jedoch nie bei fachfremden Beschreibungen, sondern rückte dem Medium als einer der ersten Geisteswissenschaftler mit Lötkolben und Assembler auf den Leib. Legendär sind seine Ausführungen über offene und geschlossene Hardware-Systeme, seine Programmier-Seminare und seine durch die Beschäftigung mit Computern geprägten Blicke auf unsere Kulturgeschichte bis hin zu den alten Griechen.
Im Juli trat Friedrich Kittler zum letzten mal öffentlich auf, um zusammen mit den Medienwissenschaften der Berliner Humboldt-Universität Abschied von der Institutsadresse Sophienstraße 22a zu nehmen. Dieser Ort steht national und international für die von Kittler gegründete Denk-Schule. Ich habe seinen Abschiedsgruß damals gefilmt und bei YouTube hochgeladen. Hier also noch einmal eine Möglichkeit, den späten Kittler bei einem sehr emotionalen und gleichsam auffordernden Auftritt zu erleben:
Am Mittwoch, den 12. Oktober wurde der Erfinder der Programmiersprache C und Ko-Autor des Betriebssystems Unix, Dennis MacAlistair Ritchie, tot in seiner Wohnung aufgefunden. Ritchie war jahrelang herz- und krebskrank gewesen. Er wurde 70 Jahre alt. Angesichts allein der unüberschaubaren Menge an Programmen, die in C oder der auf C basierenden Sprache C++ geschrieben wurden, läßt sich Ritchies Einfluß auf die Computertechnologie nicht hoch genug einschätzen, ebenso in Hinblick auf die Bedeutung von Unix, auf dem auch die Systeme Linux, BSD und OSX beruhen.
(Danke an Dennis G. für diesen Überblick!)