Monatsarchiv — November 2011

BTW: Angelo

Gestern morgen hatte ich ein bisschen mehr Zeit, weil ich zum Zollamt gefahren bin (um dort meine „Magnavox Odyssey“ abzuholen :-D). Zeit, die ich nicht nur dringend totschlagen musste, sondern auch gut für die hermeneutische Durchdringung der Spielregeln von „Angelo“ gebrauchen konnte. „Angelo“ ist ein offenbar nur in Japan vertriebenes Spiel für MSX-Computer, das offenbar (auch/nur?) in einer ROM-Modul-Version vorlag. Außer dem Spiel selbst lag mir weder eine Beschreibung vor, noch verwies es im Vorspann darauf, wie es gespielt werden muss. Da war also trial and error angesagt …

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Super Gamedev Weekend in Wien: 9. bis 11. Dezember

Vom 9ten bis 11ten Dezember 2011 findet im Metalab in Wien das
Super Gamedev Weekend statt. Das Ziel: an nur einem Wochenende
ein Spiel erstellen. Ob allein oder im Team, ob Jump‘n'Run
oder ein Puzzle, ob HTML5, Flash oder C++, ob als Programmierer,
Musiker oder Grafiker, das spielt alles laut den Veranstaltern keine Rolle. Hauptsache, es wird programmiert und gespielt.

Das Ganze beginnt am Freitag. Dann wird auch das Leitthema des Wochenendes festgelegt. Am Sonntag werden die Teilnehmer über die
Spiele in vier Kategorien abstimmen. Sehr schöne Idee: erstmals wird der *Florian „oneup“ Hufsky Preis* an die Gewinner vergeben. Die Ergebnisse kann man sich dann auch am 22. Dezember ab 19:00 Uhr im
Rahmen der Reihe SUBOTRON pro games zu Gemüte führen.

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BTW: XMAS HOUSE

Ist ja bald wieder Weihnachten und für Telepolis habe ich einen Artikel in Planung, der sich mit „Weihnachten in Retro-Spielen“ beschäftigt. Was liegt also näher, die frostigen Warteminuten auf dem S-Bahnsteig mit einem Spiel zu verbringen, das die innere Wärme und Ruhe des heiligen Abends verspricht. „XMAS HOUSE“, 1992 für den Atari XL entstanden, verspricht mir neben einem Lebkuchen-braunen Startbildschirm sogar ein virtuelles Dach überm Kopf.

Ich betrete einen Raum, der in der Draufsicht verdächtige Ähnlichkeit zu einem Labyrinth besitzt. Sanft erhellen die Dunkelheit ein paar grüne Kerzen. Ich bin rot und weiß gekleidet – irgendwie wie der Weihnachtsmann. Im Raum wuseln zudem seltsame Wesen hin und her. Das Standbild suggeriert: Das könnten Rentiere sein. Ich schaffe es mit ein paar Versuchen, mich an diesen vorbeizumogeln, um jenen Ort unten links im Bild zu erreichen, an dem ein Loch in der Wand ist, das durch einen Kristall verdeckt wird. Das ist bestimmt der Weihnachtsstern! Den muss ich einsammeln!

Pustekuchen! Der Kristall ist ein Klotz im Durchgang, der sich nur dann auflöst, wenn ich zuvor alle Kerzen eingesammelt habe. Das ist mittelschwer nicht nur, weil mir am Caanoo mittlerweile die Finger festfrieren, denn die S-Bahn lässt mal wieder auf sich warten. Nein, die Rentiere verlangen durch ihre hektischen aber vorhersehbaren Bewegungen schnelles und gezieltes Voranschreiten. Manchmal bewegen sie sich direkt vor einer Kerze hin und her. Dann wird es wirklich knifflig. Nach einigen Versuchen habe ich alle Kerzen eingesammelt und kann tatsächlich den nächsten Raum betreten. Was wird mich darin erwarten? Ein Weihnachtsbaum, dem diese Kerzen noch fehlen? Lachende Kindergesichter? Eine Bonusrunde mit Geschenken und Eierpunsch?

Nein, noch ein Stück Pustekuchen! Ein weiterer Raum voller Kerzen und irrer Rentiere. Wieder dasselbe Spiel und danach wieder und wieder und alle Jahre wieder … „XMAS HOUSE“ wurde im recht mächtigen Happy-Computer-BASIC geschrieben. Das hat – einmal gebootet – vom ohnehin spärlichen BASIC-RAM des Atari nicht mehr viel übrig gelassen. Insofern ist die christliche Bescheidenheit bei „XMAS HOUSE“ Not und Tugend zugleich. Das Spiel wird sehr schnell langweilig. Wie, wenn man den Weihnachtsteller schon Heiligabend gegen 19 Uhr leergefuttert hat und nur noch diese ekligen Dominosteine übrig sind. Irgendwann hat man keine Lust mehr, die auch noch einzusammeln. Dann schaltet man einfach ab und macht sich nen Glühwein warm. (Was mir an diesem Morgen tatsächlich die Kulturwissenschaftsstudenten ermöglicht haben, die auf dem Innenhof des Instituts den ganzen Tag Glühwein verkauften.)

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Retro Computer Museum Gaming Event

PRESS PLAY ON TAPE…

Would you like to relive those child/adulthood memories of retro micro computer gaming for real, and on original systems? Jet Set Willy? Elite? Head Over Heels? Bruce Forsyth’s Quick Step Challenge?*

When games were real games and you could prepare a small salad while loading? “ beeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee… burrrrrrrr… ppppppp…“

STOP THE TAPE…

It’s the Retro Computer Museum Gaming Event this weekend 26-27th November 2011, at Snibston, Leicestershire, UK.

“ A unique hands-on opportunity to discover and play on computers and consoles from the last 35 years including Acorn, Amstrad, Atari, Commodore, Nintendo, Sega and Sinclair. And take a fantastic opportunity to explore Snibston – the region’s largest science and technology museum – as part of a great value ticket price!  “

Tickets can be purchased at retrocomputermuseum.co.uk (or on the door) and there is a Facebook Group where you can view the preparations. The Retro Computer Museum is also twinned with the Oldenburger Computer Museum in Germany.

(* limited release in Chelmsford)

 

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Bock auf eine Firmengründung? Steve Jobs hilft!

Steve Jobs pur: „Biography of the creation of NeXT, the Apple we know today.“

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Heute abend: Jazz im Computerspielemuseum Berlin

Noch nix vor? Dann wäre das doch vielleicht etwas:

Die Präsentation der ersten Folge der CSM-Klassikeredition verbinden die Initiatoren dieses Projekts heute Abend um 19.30 Uhr mit einem ganz besonderen Event-Highlight: dem Live-Konzert mit D‘Artagnan. Die fünf Musiker von D’Artagnan fügen traditionellen Jazz und klassische Computerspielmusik zu einer einmaligen und höchst tanzbaren Mischung zusammen. Das Erbe Django Reinhardts fortführend hat sich die Boygroup nach ihrem Debutalbum (2009) mit Standards und eigenen Kompositionen für 2011 ein neues Projekt vorgenommen: Melodien aus bekannten Computerspielen von den 1980er Jahren bis heute, arrangiert im typischen Retro-D‘Artagnan- Sound! Auftritte führten D’Artagnan bislang nach Deutschland und die Niederlande sowie regelmäßig zum Gypsy Jazz Festival nach Polen (Hörproben von D’Artagnan gibt es hier).

Mit der Edition, die das CSM im Rahmen des Konzertes vorstellen möchte, soll das traditionelle Format der Quellenedition auf den Bereich der Computerspiele angepaßt werden. Die erste Folge ist dem Zeitraum 1951 – 1972 gewidmet und beschreibt die Entwicklung von den ersten digitalen Spielen bis zu ihrer Kommerzialisierung. Neben Texten, Fotos und Videos sind auch historische Spielprogramme auf der digitalen Edition enthalten, so dass sich der User laut CSM ein authentisches Bild der Geschichte selbst erspielen kann. Die Konzeptentwicklung und Produktion der ersten Folge wurde vom Medienboard Berlin Brandenburg gefördert.

Eintritt:
Pay what you want (gilt bereits ab 19:00 Uhr auch für die Ausstellung)

Ort:
Computerspielemuseum, Karl-Marx-Allee 93a, 10243 Berlin

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By the Way: Telefon Terror

Ich habe mir neulich ein GP2X-Handheld gekauft und sofort alle verfügbaren 8- und 16-Bit-Emulatoren und Spiele drauf installiert. Jetzt muss ich in der S- und U-Bahn endlich nicht mehr iphonefacebooken, sondern kann Spiele spielen, die ich immer schon mal spielen wollte. Da mein Weg pro Strecke nicht länger als 20 Minuten Zeit in Anspruch nimmt, kann ich die meisten Sachen nur kurz anspielen. „Aus der Not mache ich eine Tugend“, habe ich mir gedacht und versuche nun so oft wie möglich kleine Skurrilitäten anzuspielen, von denen ich dann hier berichten werde.

Los geht es mit einem Spiel namens „Telefon Terror“ für Ataris 8-Bit-Computer: 1984 entstanden überrascht es mit einem unglaublich surrealen Setting. Eine offene Landschaft, geprägt von einer grünen Wiese mit ein paar kargen Bäumen darauf, blauem Himmel mit ein paar Schäfchen-Wolchen darin … ach ja: eine riesige Telefonzelle im Bild links unten und ein brennendes Haus rechts oben sind auch noch zu sehen. Mitten drin: ich, offenbar mit einer Art Strahlenkanone bewaffnet, schreite lässig nach hinten gebeugt durchs Terrain. Das Haus brennt, das Feuer wird immer größer. Was liegt da näher, als die Feuerwehr anzurufen? Dummerweise habe ich kein Kleingeld, wohl aber jene seltsamen Vögel, die über mir kreisen. Auf die kann ich schießen, sie lassen die Münze fallen und ich sammele sie ein.

Doof nur, dass aus den arglos am Himmel schwebenden Schäfchenwolken Blitze zucken, von denen ich besser nicht getroffen werde. Na, und dann gibt es da noch seltsame Tiere, die offenbar hinter mir her sind und sich auch von meiner Strahlenkanone nur kurz beeindruckt zeigen. Sobald ich einen Blitz abbekomme oder den Tieren erreicht werde, gehe ich in die Knie und sehe selbst kleine, schwarze Vögel um meinen Kopf kreisen.

Gerade, als ich etwa 5 Münzen eingesammelt habe und schauen will, ob das für den Anruf bei der Feuerwehr reicht (seltsam: deutsches Spiel, aber 112 anrufen kostet Geld!?), ist das Haus vollends abgebrannt. Das ficht mich nur kurz an, denn ein Blitz schlägt in mich ein, die U-Bahn erreicht ihren Zielbahnhof und das war’s auch schon mit mir und „Telefon Terror“.

Hat es jemand weiter oder gar zu Ende gespielt und verrät mir, wie es ausgeht?

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Supremacy/Overlord auf dem Chipophone: da freut sich der Komponist!

Das begeistert nicht nur Jeroen, der via Facebook davon schwärmte:

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Computer und Medien als Wegwerfartikel

Ein kurzer Beitrag aus meinem Blog. Irgendwie empfinde ich momentan wieder eine besonders deutliche Abneigung dem 21. Jahrhundert und seinen zeitgemäßen Mentalitäten gegenüber. Dadurch kam auch folgende Aussage zustande, die ich gerne den Retro-Lesern zur Diskussion stellen möchte:

Ich war (glaube ich) privat seit 3 Wochen nicht mehr online und vermisse auch nichts. Ich verwende eigentlich nur noch den 386SX25, weil ich keinerlei Anforderungen mehr habe, die er nicht locker und ohne Probleme erfüllen kann.

Wir haben mittlerweile von der Mentalität her irgendwie einen Stand erreicht, an dem z.B. Computer nicht mehr als Inspirations- und Kreativitätsquellen (und nette kleine Wunderwerke) betrachtet werden, sondern nur noch banal mit Gebrauchs- und Wegwerfartikeln wie einer Rolle Toilettenpapier gleichgesetzt werden. Das selbe gilt zunehmend für Filme, Musik, persönliche und greifbare Medien aller Art. Nur noch Vereinheitlichung und Leistung und Bequemlichkeit. Und wenn man sich kritisch dazu äußert, dann gibt es nur stets die gleichen Standardantworten und Denkmuster: „Ist halt so, ist doch super“. Sollte man es wagen, dezent von Indoktrination zu sprechen, fühlt sich aber auch gleich wieder jeder auf den Schlips getreten. Meh.

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Pressespiegel (20/2)

Die Berliner Zeitung (bz) „verrät“ in ihrem eher mäßigen Beitrag, was der „neue alte Computer“ alles kann – und macht damit einen entscheidenden Fehler schon direkt am Anfang. [LINK>600] Naja, einen Versuch war es wert.

Die Verballhornung des C64-Spitznamens kennt keine Grenzen: so spricht macwelt.de von der „Brotdose“. Kreativ zwar – aber falsch. [LINK>601] Die Nachricht entstand, so der Hinweis, unter aktiver Mitwirkung von Golem.de [LINK>602], wobei man mit dem Original doch besser bedient wird als dem Ergebnis bei macwelt.de. Insgesamt jedoch so oder so kein Reißer.

Als einer der wenigen Nachrichtenservices weist ZDnet darauf hin, daß es sich beim „C64x“ schon um die zweite Ankündigung von „Commodore USA“ handelt und erinnert an den im letzten Jahr präsentierten PC64. Wie schnell manche Dinge doch vergessen werden … [LINK>603] Nicht unterschätzt werden sollte deshalb die Frage, ob es einen „C64x“ überhaupt beizeiten zu sehen geben wird. Nach Informationen von ZDnet sind wohl alle rechtlichen Fragen geklärt, die einen Verkauf erschwert hätten. Deshalb kann der „C64x“ nun auf den Markt. Wir sind weiterhin gespannt.

Richtig ins Zeug gelegt hat sich schließlich (wieder mal) SPIEGEL ONLINE. [LINK>604] Der Artikel geht tiefer als die meisten anderen und bietet auch ganz zum Schluß eine günstige (und die wahrscheinlich beste) Alternative zur C64x-Idee: den C64. Man kann die Ablehnung von Leichenfledderei also auch professionell verpacken – wenn man in der Meldung über einen C64-Nachfolger mehr sieht als nur eine x-beliebige Meldung aus dem Ressort Computer.

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