RETRO-Lounge [97]: „We may never see another breakthrough computer like the Amiga“

Man kann viel schreiben über diesen wunderbaren Computer, dieses fast schon magische System, das uns so viele innovative Features brachte, die inzwischen längst selbstverständlich sind … doch wahrscheinlich am besten ausgedrückt hat es in der Tat der dieser Tage wieder viel gelobte und zitierte BYTE-Artikel aus dem Jahre 1994, den ich hier auszugsweise und kommentiert wiedergeben möchte:

„Commodore’s high point was the Amiga 1000 (1985). The Amiga was so far ahead of its time that almost nobody – including Commodore’s marketing department – could fully articulate what it was all about. Today, it is obvious the Amiga was the first multimedia computer, but in those days it was derided as a game machine because few people grasped the importance of advanced graphics, sound, and video. Nine years later, vendors are still struggling to make systems that work like 1985 Amigas.“

So großartig und bedeutend die Erfolge von Apple, Nintendo und Co. heute auch sein mögen – der Autor hat recht, wenn er darauf hinweist, wie sehr man Commodore diesbezüglich huldigen muß. Denn …

„At a time when PC users thought 16-color EGA was hot stuff, the Amiga could display 4096 colors and had custom chips to acclerate video. It had built-in video outputs for tv’s and VCRs, still a pricey option on most of today’s systems. It had four-voice, sampled stereo sound and was the first computer with built-in speech synthesis and text-to-speech conversion. And it’s still the only system that can display multiple screen at different
resolutions on a single monitor.“

… und …

„Even more amazing was the Amiga’s operating system, which was designed by Carl Sassenrath. From the outset, it had preemptive multitasking, messaging, scripting, a GUI, and multitasking command-line concoles. Today’s Windows and Mac users are still waiting for some of those features. On top of that, it ran on a $1200 machine with only 256 KB of RAM.“

… was letztlich zu der Schlußfolgerung führt:

„We may never see another breakthrough computer like the Amiga.“

Stimmt. Es war eine einzigartige Zeit mit einem einzigartigen, selbst vom eigenen Hersteller dramatisch unterschätzten System. Alles andere – und hier werde ich jetzt ausnahmsweise mal knallhart subjektiv – ist eben einfach alles andere. Happy birthday, Amiga, und: danke dafür!

Stephan Humer

Über Stephan Humer

Mitbegründer und -herausgeber von Magazin und Website. Und das, ohne das Label „Generation C64″ wie eine Monstranz vor sich her zu tragen. Mag es, über die Grenzen der Chips hinauszuschauen.

2 Gedanken zu „RETRO-Lounge [97]: „We may never see another breakthrough computer like the Amiga“

  1. Na ja, aber nur wenig später (1987) gab es ja da auch noch den Acorn Archimedes… von dem man damals nicht viel hörte und heute gar nichts mehr hört – warum nur?

    1. Weil der Archimedes außerhalb von Großbritannien praktisch nicht stattfand. Und die Geschwindigkeit durch RISC-Technologie war dann nicht mehr sooo spektakulär wie die „Everything-Machine“ von Commodore drei Jahre zuvor, da Graphik und Sound in etwa gleichwertig war. Des Weiteren war der Acorn-Rechner mit 3000 Öcken auch ziemlich teuer, zu teuer für den Massenmarkt.

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