Retrotrends in Hollywood

Film-Sequels zu veröffentlichen ist ja nun keine neue Idee, doch inzwischen kann man durchaus den Eindruck gewinnen, daß der Retrotrend in Film und Fernsehen ungeahnte Ausmaße annimmt. Star Wars dürfte hier eine gewaltige Rolle spielen und sicherlich in 2015 wie 2016 den einen oder anderen Rekord brechen.

Das macht den cineastischen Retrotrend natürlich auch an den Finanzmärkten zu einer spannenden Sache. Filmstudios sind zwar schon lange an der Börse und auch über „Stupid German Money“ konnte man in der Vergangenheit einige Anekdoten lesen – es bewegt sich also einiges in der Finanzwelt, wie immer eigentlich. Das haben natürlich auch die dortigen Insider erkannt:

„In diesem Jahr schickte Universal Pictures mit Fast and Furious 7, den Minions und Jurassic World bereits drei milliardenschwere Blockbuster ins Rennen. Walt Disney konnte mit dem Film Avengers: Age of Ultron ebenfalls eine Milliarde Dollar Umsatz verzeichnen und hofft aktuell auf einen weiteren monetären Welterfolg mit Star Wars: Das Erwachen der Macht, der schon jetzt bereits in den USA und im Ausland Rekorde bricht.“

(Quelle: CFD Broker IG)

Sequels sind eine ganz besonders spannende Thematik. Was macht eigentlich den Reiz aus, immer wieder eine Fortsetzung zu präsentieren – und anzuschauen?

Vor allem dürfte es die Leichtigkeit der Vermarktung – und damit des Geldverdienens – sein, die die Studios zu immer neuen Fortsetzungen verführt. Die Menschen kennen den Vorgänger-Film, erinnern sich an den Titel, das Label, die Story, die Stars, die Erlebnisse im Kino oder zu Hause, kurz: die Freude, die sie hatten – und dies alles geht dank klassischer psychologischer Effekte zum großen Teil auch auf den Nachfolger über. Da können die Kritiken (im schlimmsten Falle) noch so schlecht sein und das Marketingbudget noch so schmal: hat sich erst einmal eine Filmreihe etabliert, wird auch der mieseste Fortsetzungsfilm von einer nicht nur geringen Anzahl Personen angeschaut. Ganz zu schweigen von einer inhaltlich hochgelobten Fortsetzung! Hinzu kommt Merchandising, Computerspiel, Gewinnspiele – alles Dinge, die Geld bringen. Warum also mit großem Risiko und viel Geld eine neue Marke etablieren, wenn man auch eine alte Marke nutzen kann? Fortsetzungen sind somit nicht nur für Filmfirmen und –fans interessant, sondern auch für Investoren!

Zudem kann man sagen, daß der Retrotrend seit etlichen Jahren ganz allgemein ein großes Thema in der Technikwelt ist. Man sieht es ja auch in der Computerspielszene: Retrogames gehen immer. Dabei sind es nicht nur die Klassiker aus den 70ern oder 80ern, die hier zu nennen sind. Denn inzwischen kommen auch die Stars der nachfolgenden Generation in die Jahre: man denke dabei nur an Lara Croft. 1994 „geboren“, 1996 im Spiel „Tomb Raider“ auf den Markt gekommen und damit nun auch schon seit gut zwei Jahrzehnten auf der Bildfläche, erlebt die wilde Kämpferin seitdem ein Abenteuer nach dem anderen. Im Übrigen nicht nur als Computerspielheldin in der Serie „Tomb Raider“, sondern auch – wen mag es wundern? – als Filmstar. Nach dem ersten Teil „Lara Croft: Tomb Raider“ (2001) kam nur zwei Jahre später bereits die Fortsetzung „Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ ins Kino. Ganz nebenbei verhalfen Figur und Film der Schauspielerin Angelina Jolie zu ihrem weltweiten Durchbruch. Sequels lohnen sich somit nicht nur für die Filmfirmen und ihre Investoren.