Sind Online- oder Offline-Pokerspieler besser?

Es kann nur Einen geben. Dieser Eine muss der beste seiner Sportart sein. Egal welche Ausprägung, egal welche Variante. Einer muss immer der Beste sein. Dieses Motto gilt für sämtliche Sportarten, sei es beim Tennis, wo es verschiedene Untergründe gibt oder auch beim Skispringen, wo es unterschiedliche Schanzengrößen gibt. Man versucht immer, nur einen Besten zuzulassen. Es war also zu erwarten, dass sich irgendwann die Frage auch bei Spielen stellen würde, die man sowohl on- als auch offline spielen kann.

Eines der am weitesten verbreiteten Spiele – online und offline – ist Poker. Es ist auch eines meiner liebsten Spiele, wie ihr sicher wißt. Auch aufgrund dieser Tatsache drängte sich schnell die Frage auf, ob denn nun Online-Spieler besser seien als ihre etablierte Konkurrenz am realen grünen Tisch. Ich mag ja beides. Man könnte es sich jetzt einfach machen und die Leute einfach gegeneinander antreten lassen. Bei einigen großen Turnieren passiert das auch schon. So hat mittlerweile jeder die Möglichkeit zum Profispieler zu werden, da sich Amateur-Spieler über Online-Qualifikationsrunden bis zum großen Live-Turnier spielen können. Dort zeigt sich dann meistens, dass die Profis mit mehr Erfahrung im Live-Geschehen auch Sieger bleiben. Trotzdem lohnt sich ein Blick, ob das repräsentativ für den ganzen Sport ist.

Vorab sei geklärt, dass die Alteingesessenen in einer Sache meist unrecht haben: Sie behaupten, online und offline zu pokern seien zwei unterschiedliche Sportarten. Allerdings sind die Regeln bei beiden dieselben. Unabhängig davon gibt es aber unterschiedliche Mechanismen für beide Spielarten.

Ganz am Anfang sollte man sich die Spielmöglichkeiten ansehen. Diese sind nämlich grundlegend unterschiedlich. Will man offline spielen, benötigt man mindestens einen Mitspieler und einen Geber. Da eins gegen eins aber nicht sonderlich reizvoll ist, muss eine Runde mindestens aus vier Mann bestehen. Dann benötigt man noch einen geeigneten Ort, am besten mit Tisch und Stühlen. Wenn man also nachts um drei aufwacht und Lust auf eine Runde Poker hat, wird es schwierig mit der Umsetzung.

Online gibt es ganz andere Möglichkeiten. Dort stehen rund um die Uhr haufenweise Gegner parat. Dank des Internets sind örtliche und zeitliche Blockaden nicht relevant. Wenn man also nachts um drei Lust auf ein Spiel hat, geht man online. Dort findet man dann entweder einen anderen Schlaflosen oder jemanden, in dessen Zeitzone es schon heller Tag ist. Ein Spiel ist so immer möglich. Eine Location muss man auch nicht suchen, denn Poker kann mittlerweile auch einfach mobil gespielt werden. Anbieter wie PokerStars gestalten den Zugriff besonders leicht, egal ob auf iOS- oder Android-Geräten, über das Handy kann man einfach auch aus dem Bett aus Poker spielen.

Der zweite grundlegende Unterschied ist die Anzahl der möglichen Spiele. Solange das Klonen nicht erfunden ist, kann man am echten Pokertisch nur ein Spiel auf einmal spielen. Online hingegen haben Spieler häufig fünf bis zehn Tische parallel offen. So haben sie keine lästigen Wartezeiten, wenn die Gegner zu lange zum Setzen brauchen. Pro Tisch gibt es dann aber erhebliche Unterschiede in der Stärke der Spieler. Eine Faustregel besagt, dass die Spieler an einem Online-Tisch bei denselben Blinds mindestens fünfmal so stark sind, wie an einem echten Tisch. Ein 1 Euro Blind online ist also ungefähr so stark wie ein 5 Euro Blind in real. Das bedeutet nicht, dass Online-Spieler per se besser sind. Man sollte es aber berücksichtigen, wenn man sich einen Tisch zum Spielen aussucht. Der Grund dafür ist, dass online viel parallel gespielt wird. Um auf seinen Gewinn zu kommen, muss man also nicht ein so hohes Risiko gehen, sondern kann dies auf mehrere Tische verteilen.

Am Ende ist es nicht klar, wer besser ist. Es kann diesmal nicht Einen geben, man muss mit Zweien Vorlieb nehmen. Ob man off- oder online bevorzugt, ist am Ende vor allem eine Typfrage. Wie gesagt: ich mag beides. Und bleibe bei beidem. Auf mit dem Smartphone nach Wiesbaden! :-)

Dieter

Über Dieter

Dieter mag das Online-Zocken, mit und ohne Geld, und schreibt sporadisch darüber ;-) Er mag auch andere Themen, die sich rund um das Retrogaming drehen und ist deshalb neuer Autor in der Rubrik Specials.