Pressespiegel [11/1]

Früher war alles besser: Die Wirtschaft boomte, die Banken waren seriös, die Renten sicher und die Rechner begnügten sich mit 64 Kilobytes. Naja, ganz so holzschnittartig ist es natürlich nicht gewesen, aber der Mensch neigt im Allgemeinen bekanntlich dazu, die Vergangenheit ein wenig zu verklären. Vor allem dann, wenn die Gegenwart schlecht erscheint, sprich: in Zeiten der Krise. Zumindest bekommt man dieses Gefühl, wenn man in diesen Tagen den Pressespiegel erstellt und die zahlreichen „Ach, war das schön damals…“-Geschichten durchliest, die einem so auf den Tisch flattern.

Wenn nämlich dieser Tage vom C64 die Rede ist, dann vor allem in Rückblenden, Kommentaren zur eigenen glorreichen Jugend und Spiele-Revivals. Nun gut, sei´s drum. Vielleicht ist das ja tatsächlich nur eine Zeiterscheinung aufgrund der gegenwärtigen Welt- und Finanzmarktturbulenzen. Und wenn nicht, ist es auch okay. Kurzweilig sind die zahlreichen individuellen Werdegänge ja allemal. Beispielsweise der von Giorgio Maone, dem Entwickler von NoScript, einem kleinen, aber feinen und beliebten Firefox-Add-On. Auch er begann sein Programmiererdasein am C64 und ihm gefiel am Brotkasten vor allem das Ausreizen der Chips, welches für Hardware-Enthusiasten ganz allgemein eine große Freude war. [LINK>431]

Dirk Ambrosch von pepperoni.de sehnt sich hingegen nach den seligen Jugendzeiten der wilden 1980er zurück. Damals war man nicht nur C64-User, sondern hörte Modern Talking, sah die Weihnachtsserien im ZDF und hatte nur wenige Fernsehsender zur Verfügung. So langsam wie die Rechner im Vergleich zu den heutigen Maschinen damals waren, so langsam war somit auch die Jugend. Kein Wunder, daß die heutige Jugend verwirrt ist, bei so vielen digitalen Devices. Wenn man nur ein System hat, ist die Verwirrung zwangsläufig geringer. Logisch, oder? [LINK>432]

Fortsetzung folgt …

Stephan Humer

Über Stephan Humer

Mitbegründer und -herausgeber von Magazin und Website. Und das, ohne das Label „Generation C64″ wie eine Monstranz vor sich her zu tragen. Mag es, über die Grenzen der Chips hinauszuschauen.