Kurz angespielt: „Final Fantasy V“

Europäische SNES-Besitzer mit einem Faible für Rollenspiele hatten es nicht immer leicht. Nur wenige RPG-Perlen schafften den Sprung aus Japan in hiesige Gefilde und „Final Fantasy V“ war anno 1992 keine Ausnahme. Der fünfte Teil der Reihe erschien am 6. Dezember ausschließlich in Japan. Drei Anläufe wurden gestartet, um Squaresofts neuestes Rollenspiel-Epos auch für westliche Spieler zugänglich zu machen, doch alle drei scheiterten, darunter eine geplante Umsetzung für DOS-PCs. Bis zur Veröffentlichung in der „Final Fantasy Anthology“ von 1998 (für PlayStation) gab es für westliche Rollenspieler keine offizielle Möglichkeit, das Abenteuer von Bartz, Lenna, Garuf und Faris zu erleben – nur eine im Internet kursierende Fanübersetzung machte einem kleinen Kreis von Gamern den Zugang möglich.

Ein Teil unserer Helden trifft zu Beginn des Spiels zufällig aufeinander, nachdem ein Meteor auf die Erde gestürzt und der König verschwunden ist. Dies ist nur der Auftakt zu einer wendungsreichen Geschichte, in deren Verlauf – Achtung: Spoiler! – einer der Hauptcharaktere ein fatales Schicksal erleiden wird; zum ersten, aber wie viele Fans wissen auch nicht zum letzten Mal in einem „Final Fantasy“-Spiel. Die etwas überladene Story überspannt satte 1.000 Jahre, dreht sich auch diesmal wieder um Kristalle und wartet mit dem markigen Bösewicht Exdeath sowie dessen Handlanger Gilgamesh auf. Letzterer taucht in späteren Teilen als Esper bzw. Guardian Force in einer positiven Funktion wieder auf.

Das Active Time Battle (ATB)-Kampfsystem, das in „Final Fantasy IV“ zum ersten Mal zum Einsatz kam, ist auch hier wieder zu finden, wobei die Zufallskämpfe noch zahlreicher geworden sind. Dafür entschädigt das erweiterte „Job System“, mit denen man die Charaktere ungewohnt frei aufleveln und mit Spezialfähigkeiten versehen kann. Unter den neuen Klassen sind Blaumagier, Samurai und Berzerker zu finden, 110 verschiedene Outfits sorgen auch optisch für Abwechslung. Apropos Abwechslung: Zum ersten Mal konnte man in einem „Final Fantasy“-Spiel unterschiedliche Enden erreichen, je nachdem, mit welchen Charakteren man den Endgegner erreicht.

Fazit: Einer der besten Teile der langlebigen „Final Fantasy“-Reihe, der vor allem durch das fesselnde Gameplay besticht!
System: SNES, PlayStation (1998), Game Boy Advance (2006)
Entwickler: Squaresoft
Verleger: Squaresoft
Erscheinungsjahr: 1992

Kai Lunkeit

Über Kai Lunkeit

Zuständig für RETRO-Filme. Mag natürlich den C64, alte Konsolen von Atari bis Sega und sogar DOS-Spiele. Noch viel mehr allerdings hat er ein Faible für den Amiga (500) und alles, was dazugehört. Sammelt Amiga-Spiele und -Zeitschriften. Und schreibt auch gern mal über neuere Spiele.