Retro auf Rädern? Vom Tretroller zum E-Scooter

Kinder der 1950er-Jahre (so wie ich) kommen oftmals ins nichtdigitale Retro-Schwärmen, wenn sie von den abenteuerlichen Ausfahrten mit ihren Tretrollern berichten. In der Nachkriegszeit war der Roller eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, um längere Wege nicht zu Fuß erledigen zu müssen. Für Fahrräder fehlte den meisten Familien schlicht und einfach das Geld. Aber wie ist das heute mit den modernen, sehr digitalen Rollern? Welches Feeling kommt da auf?

Außerirdische von einem anderen Planeten

In den 1950er-Jahren hätten die flitzenden E Scooter mit Straßenzulassung bei Streetbooster wohl wie die Vehikel von Außerirdischen auf die Bevölkerung gewirkt. Ein Elektromotor in einem Roller war damals undenkbar. Wahrscheinlich hätten sich die Leute von damals aber auch nicht gedacht, dass wir 70 Jahre später mit Elektro-Scootern durch die Gegend cruisen, sondern dass wir wohl eher (wie viel später im Film „Zurück in die Zukunft (II)“ gezeigt) mit fliegenden Skateboards oder ähnlichen Dingen unterwegs sein werden. Nun, der Weg vom C64 zum Smartphone war weit – und so ist es eben auch bei der Mobilität. Und beim Hoverboard sind wir noch lange nicht.

Die Top-Modelle von damals

Wer sich heute auf Flohmärkten oder im Internet bei Ebay und Co. umsieht, findet manchmal noch eines der mittlerweile raren Stücke von damals. Viele Roller waren mit Luftreifen ausgestattet und hatten am Rahmen eine Pumpe mit Holzgriff montiert. Für den sicheren Stand sorgte häufig eine zugeschnittene Holzplatte. Gebremst wurde mit einem Hebel auf dem Lenkrad. Wer Glück hatte, ergatterte sogar ein Exemplar mit Gepäckträger und konnte so seine Tasche während der rasanten Fahrt dort einklemmen.

In den 1960ern gab es dann schon moderne Ausführungen, die mit einer Kunststoffplatte statt der Holzplatte und zusätzlich auch noch mit edlen Weißwandreifen ausgestattet waren. Immer mehr Richtung minimalistischer Ausführung von heute entwickelten sich die Roller hingegen in den 1970ern. Viele Modelle waren wesentlich zierlicher als ihre Vorgänger. Statt den Luftreifen kamen nun Vollgummi-Reifen zum Einsatz. Diese waren oftmals mit schönen Felgen versehen, die jedoch innerhalb kürzester Zeit zu rosten begannen. Bremsen suchte man auf diesen Rollern meistens vergeblich.

Alt oder neu?

Und nun? Ja, nun habe ich das Ganze mal zum Anlaß genommen, alte Roller zu testen, bei einem Sammler und Freund von mir. Ergebnis: Toll! Ein paar Minuten Jugendfeeling, trotz meiner zahlreichen Lebensjahre und der dementsprechend verblassten Erinnerung. Und wie stehts mit den neuen Rollern? Nun ja, es ist halt so wie immer bei neuer Technik (und mir, wenn sie teste). Das Ganze ist für sich genommen megageil, weil einfach Dinge möglich sind, die früher undenkbar waren. Und das ist, ganz ehrlich, beim neuen C64 mini bzw. C64 maxi aus meiner Sicht genauso. Das sind schon coole Gadgets, die Ideen sind cool, die Geräte insgesamt gelungen. Aber: Weder ist der neue Roller alt noch der C64 maxi ein C64. Und die Jugend ist ohnehin lang vorbei.

Aber ich sehe das eben locker, wie bei meinem Lieblingsthema Casinos: die „Alten“ sind „the real deal“, aber die „Neuen“ (hier: Onlinecasinos) haben ihren ganz eigenen Reiz. Klar, die Erstgeräte, Erst-Events, Erst-Orte usw.,  die haben immer (und für immer) einen besonderen Status. Ein C64 ist ein C64 und kein x-ter Windows-95-PC. Aber erstens zählt ja auch der Moment und wenn wir es einsortieren und sagen, daß der C64 der „erste Beste“ und ein C64 maxi der „derzeit moderne Beste“ sind, dann haben wir meines Erachtens doch einen guten Weg gefunden.

Was auch immer ihr also testen wollt: alte vs. neue Roller, alte vs. neue „Brotkästen“, erstes vs. aktuelles Smartphone: jedes Ding hat im Falle des Gefallens seine Berechtigung, ob nun dauerhaft oder nur im Moment. Laßt euch den Spaß auf jeden Fall nicht verderben!

Über Dieter

Dieter ist Zocker alter und Gambler ganz alter Schule. Er treibt sich gleichermaßen auf Retropartys und in den Casinos dieser Welt rum. Inzwischen nur noch wenige Jahre von der Rente entfernt, widmet der Finanzberater seine Freizeit vorrangig dem C64, aber auch Maschinen von Atari. Wenn Dieter zockt, dann sowohl mit als auch ohne Geld.