„Your AMIGA is alive !!!“

Genau diese Meldung sahen viele verdutzte User in den 1980er-Jahren auf ihren Monitoren und wussten damit nicht so recht etwas anzufangen. Dabei sind sie gerade Zeugen eines historischen Ereignisses geworden. Denn dabei handelte sich um nichts weniger als den ersten Virus auf dem Amiga. Der sogenannte SCA-Virus, benannt nach der gleichnamigen Crackergruppe, war aber glücklicherweise unschädlich. Dennoch hat er sich ziemlich rasch verbreitet.

Wie konnte sich ein Virus auf dem Amiga verbreiten?

Die Computer waren nicht miteinander vernetzt und es gab – zumindest für den privaten Gebrauch – auch noch kein Internet. Wie konnte sich also der SCA-Virus auf den einzelnen Computern verbreiten? Das Einfallstor war in diesem Fall die Diskette.

Die Crackergruppen hatten damals im Grunde genommen nur ein Ziel: Sie wollten den Kopierschutz der Spiele entfernen und diese dann kostenlos verbreiten. Dafür wollten sie allerdings auch Ruhm und Ehre erlangen und wiesen beim Laden der Spiele darauf hin, wer für den Crack des Spiels verantwortlich ist. Die Disketten wurden in weiterer Folge vor allem unter Schülern kopiert und verbreiteten sich so rasant. So war es auch damals möglich, innerhalb weniger Wochen große Gebiete weitreichend zu „verseuchen“.

Wer steckt hinter SCA?

Hinter dem Pseudonym SCA verbarg sich die „Swiss Cracking Association“. Der Virus wurde von einem Mitglied namens „CHRIS“ programmiert. Auf den ersten Rechnern war er im Jahr 1987 zu finden. Einen echten Schaden auf dem Amiga verursachte der Virus nicht. Doch seit damals haben sich die Viren rasant entwickelt. Von der damaligen Verspieltheit ist wenig übriggeblieben und aus dem harmlosen Gag ist mittlerweile ein Milliarden-Business geworden.

Deshalb kommt heutzutage kaum noch ein Unternehmen ohne professionellen Partner aus, die sich um diese Belange kümmern. Bekannte IT Unternehmen in Hamburg oder Berlin nehmen dabei eine gemeinsame Planung zur Sicherung vor und bieten so einen guten Schutz vor Angriffen.

Doch auch schon auf dem Amiga gab es in weiterer Folge auch noch andere Viren, die bei Weitem nicht so harmlos waren wie der SCA-Virus. Sogenannte Link-Viren haben sich im Dateisystem eingenistet und sich an Dateien gehängt. Der gefürchtete „ByteBandit“ sorgte nach acht Minuten für einen schwarzen Bildschirm. Es dauerte dann auch gar nicht lange, bis die ersten Virenkiller in Umlauf kamen. Heute wird seitens der zuständigen Behörden dringend geraten, eine entsprechende Awareness aufzubauen. Viren sind kein Spaß mehr – erst recht nicht in Zeiten des Cyber Warfare.

Über Dieter

Dieter ist Zocker alter und Gambler ganz alter Schule. Er treibt sich gleichermaßen auf Retropartys und in den Casinos dieser Welt rum. Inzwischen nur noch wenige Jahre von der Rente entfernt, widmet der Finanzberater seine Freizeit vorrangig dem C64, aber auch Maschinen von Atari. Wenn Dieter zockt, dann mit als auch ohne Geld.