Microsoft Windows und Office: eine ganz eigene Retrogeschichte

Microsoft ist nicht nur eine extrem erfolgreiche, sondern auch schon seit vielen Jahren auf dem Markt aktive Firma. Sie gehört zu den historisch wie gegenwärtig interessantesten Firmen im IT-Sektor, da dürfte kein Zweifel bestehen. Und inzwischen sind einige Produkte so lange auf dem Markt bzw. „alt“, daß sie auch für die Retrocomputingwelt interessant werden. Denn Retrocomputing bedeutet nicht immer nur C64 und Atari …

Früher, ja, da war alles anders. Microsoft Office kam 1989 auf den Markt, das war – Stand heute – vor inzwischen sagenhaften 33 (!) Jahren. Wahnsinn, oder? Zum Zwecke der Dokumentenverwaltung und internen Kommunikation verwendet man heute natürlich nahezu ausschließlich moderne Unternehmens-Software. Im aktuellen Umfeld kommen andere Programme zum Einsatz als noch vor wenigen Jahren. Viele Firmen vertrauen besonders seit den frühen 2000er bzw. 2010er Jahren auf Office-Pakete von Microsoft. Mit diesen Programmen können Unternehmen die Dokumentenverwaltung managen, die sie mittels Microsoft SharePoint oder OneDrive verwalten. Das System bietet zahlreiche Funktionen, um Geschäftsdaten zu verarbeiten und Dokumente zu suchen. Der Weg bis zum Microsoft 365 Family oder Single-Paket, wie man es heute bekommt, war lang. Die Zeit hat sich gelohnt, denn mit jeder neueren Version hat sich auch die Qualität verbessert. Mit der Family-Version haben Kunden die Möglichkeit, ein Premium-Produktivitäts-Apps Paket zu erhalten. In diesem Paket ist ein zusätzlicher Cloudspeicher enthalten. Des Weiteren wurde ein erweiterter Sicherheitsstandard implementiert. Als Abonnent hat man Zugang zu verschiedenen Apps und Lösungen. Beispielsweise sind die neuesten Versionen von Word, Excel und PowerPoint inkludiert. Klare Beobachtung im historischen Vergleich: heute dominieren Abo- und Cloud-Lösungen. Früher wurde alles gekauft und lokal installiert. Nicht nur die Software selbst „altert“, sondern eben auch bestimmte Businessmodelle …

Microsoft 365 im Retro-Blick

Blickt man bei Microsoft 365 auf die Geschichte zurück, dann lässt sich wie bereits erwähnt ein gewisser Retro-Blick auf die Historie realisieren. Im Jahr 2010 wurde das Office 365 Paket auf den Markt gebracht. Als Vorgänger fungierte die sogenannte Business Productivity Online Suite (BPOS). Dieses Programm wurde etwa zwei Jahre nach der Ankündigung von Microsoft 365 gekündigt und das Programm insgesamt im Betrieb eingestellt. Mit den weiteren Office Paketen erfolgte der zügige Ausbau der Microsoft 365 Pakete. Insbesondere mit der im Jahre 2013 veröffentlichten Version konnte der Dienst auch von Privatpersonen genutzt werden. Damit wurde auch das Abo-Programm eingeführt und den Kunden zur Verfügung gestellt. Es bietet ja zweifellos auch viele Vorteile, so zu verfahren – unter der Voraussetzung, daß heute alle Menschen online sind und Vernetzung leicht fällt. Das war 1989 natürlich noch komplett anders.

Eigene Programme für Studenten

Der Vorteil dieses neuen Systems aus Kundensicht war, dass sie immer über die aktuelle Version verfügen konnten. Außerdem wurden den Kunden mehr Speicherplatz zur Verfügung gestellt. Es gab auch die ersten Gesprächsminuten über Skype und einen Zugriff auf die Apps im Office Web. Diese Neuerungen wurden den Kunden kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine weitere Neuerung gab es noch im gleichen Jahr mit einer eigenen Version für Studenten. Es wurde zudem ein umfangreiches Studienprogramm in Zusammenarbeit mit Universitäten und Lehreinrichtungen geschaffen. Ende des Jahres 2017 folgte ein weiteres Update und vor gut zwei Jahren bekam das ganze Paket ein neues Branding und wurde wiederum durch Paket-Erweiterungen verbessert.

Was man inzwischen mit den gängigen Officepaketen machen kann, ist schierer Wahnsinn. Für mich als alten Nostalgiker ist das natürlich ein krasser Zustand. Die meisten Features waren in den 90ern noch nicht einmal denkbar. Und heute? Buchdruck,  kollaborative Dokumentbearbeitung, Profilösungen für Großkonzerne – alles machbar. Cool! Ja, Microsoft war früher nicht umumstritten, aber so etwas wie „System Wars“ oder ähnliche Glaubenskriege habe ich schon lang nicht mehr gesehen. Mit dem Alter kommt eben auch die Ruhe …

Über Dieter

Dieter ist Zocker alter und Gambler ganz alter Schule. Er treibt sich gleichermaßen auf Retropartys und in den Casinos dieser Welt rum. Inzwischen nur noch wenige Jahre von der Rente entfernt, widmet der Finanzberater seine Freizeit vorrangig dem C64, aber auch Maschinen von Atari. Wenn Dieter zockt, dann mit als auch ohne Geld.