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Über Heinz

Es begann 1981 mit einem Sinclair ZX81. Über den ZX Spectrum, Schneider Computer und PC endete es beim iMac. In den 90er Jahren Artikelschreiber für Magazine, die es heute (leider) nicht mehr gibt.

Amiga Comeback mit dem A500 mini

Mit fast zwei Wochen Verspätung ist die Amiga 500 Neuauflage – der A500 mini – in den Handel gekommen.

Retro Games Ltd. hat das vom C64 mini bekannte Konzept erneut angewandt. Ein kleines Gehäuse im Design des Amiga 500 beherbergt einen Emulator inklusive 25 Games. Damit ist nach dem C64 ein weiterer Meilenstein in der Computergeschichte erneut zum Leben erweckt worden.

A500 mini
A500 mini mit Gamepad und Maus

In vielen Beiträgen wird kritisiert, dass es sich um eine Emulation handelt, das Keyboard nicht funktionsfähig ist, bedeutende Softwaretitel fehlen und der Preis für das Gerät mit rund 129 € zu hoch ist. Die berechtigte Kritik wird die anvisierte Zielgruppe dennoch nicht abhalten, das Gerät zu kaufen.

Das Gerät bedient nostalgische Gefühle und bringt bei vielen Anwendern sicherlich Erinnerungen aus Kindheit und Jugend zurück. Den Käufern geht es beim A500 mini nicht nur um die Software – das Design, die Haptik und die Bedienung spielen eine wichtige Rolle. Je näher man an den ursprünglichen Amiga 500 herankommt, umso mehr Spaß macht es, in die Vergangenheit einzutauchen. Für die Generation 50+ ist es eine Zeitreise, die uns die damalige Faszination erneut spüren lässt.

Retro Games ltd. hat so gesehen einen guten Job gemacht. Die Softwareauswahl ist gut und die Hardware zeigt viel Liebe zum Detail. Wer vor rund 35 Jahren den Amiga hatte oder ihn sich damals nicht leisten konnte, wird heute die 129 € für den A500 mini aufbringen können.

Schnittstellen des A500 mini
Die Schnittstellen des A500 mini

Sinclair ZX Spectrum Next Issue 2
erzielt 2 Millionen €uro

Mit 5236 Unterstützern war die zweite Ausgabe der Kickstarter Kampagne zum Sinclair ZX Spectrum Next erfolgreicher als sein Vorgänger. Rund 2 Millionen €uro haben die Unterstützer aufgebracht.

Im August 2021 wird es über 5.000 neue ZX Spectrum Next User geben, wenn die Geräte aus der zweiten Kickstarter Kampagne ausgeliefert werden. Obwohl die erste Kampagne mit über 3.000 Unterstützern schon höchst erfolgreich war, hat die zweite Kampagne die Erwartungen des Sinclair Teams übertroffen. Mit 1,85 Millionen Pfund (das sind etwas über 2 Millionen Euro) wurden alle gesteckten Ziele mit Leichtigkeit erreicht. So gibt es mehr Speicher, ein in Farbe gedrucktes Handbuch, zusätzliche Spiele und für die Pi-Ausgabe des Spectrum zusätzliche technische Features.

Der Erfolg dieser Kampagne zeigt, dass es für weiterentwickelte 8-Bit-Computer durchaus eine signifikante Nachfrage gibt, die eine Produktion lohnend macht.
Beachtenswert ist hier auch das Mega65 Projekt, das sich der Realisierung des Commodore 65 verschrieben hat.

Gamescom Retro 2020

Nachlese: Gamescom Retro Area 2020

Die digitale Gamescom 2020 bot in der Retro Area an drei Tagen ein volles Programm. Die Beträge im Stundentakt deckten ein großes Spektrum ab. Wer nicht drei Tage am Bildschirm verbracht hat, möchte vielleicht die Highlights der Retro Area nachverfolgen. Dank YouTube geht das.

Im Vergleich zur Präsenzmesse bot die digitale Retro Area der Gamescom ein Plus an Informationsgehalt. Der interessierte Retro Gamer konnte aus den Sendungen sehr viele Hintergrundinformationen erhalten oder auch Programmierer oder Entwickler seiner Lieblingsspiele kennenlernen.

Der aus dem TV („Neues… Die Computershow“) bekannte Moderator Christian Spanik und die Digisaurier boten interessante Rückblicke in die 80er und 90er Jahre.
Das Return-Magazin sendete an drei Tagen nicht nur Rückblicke sondern auch einen Einblick in die aktuelle Softwareentwicklung für Retro Konsolen. Die Retro-Nerds Münsterland übertrugen direkt aus ihrem Keller mit unzähligen Arcade- und Flipperautomaten. Das Scene World Magazin hatte mit dem Retro Panel einen Multi-Video-Chat  mit Gesprächen und Diskussionen von Journalisten, Programmierern, Entwicklern und Redakteuren organisiert. Zusätzlich gab es eine Sendung zu Networked Commodore 64 Games.
Viel Musik gab es mit dem Vault Kid und retro-tv stellte eine Sondersendung zusammen, die allerdings mit technischen Problemen kämpfte.
Schließlich gab es noch diverse Streams zu diversen Games und weitere Beiträge. wie „Boobs ’n‘ Bullets“ des Club Retro Royal.

Nicht nur das Scene Magazin organisierte einen digitalen Chat. Als letzte Sendung des Tages gab es eine Open-End-Gesprächsrunde von Retrokompott. Die Macher von Retrokompott haben interessante Persönlichkeiten aus Europa und den USA versammeln können.  Ehemaligen Redakteure von Computermagazinen der 80er und 90er Jahre unterhalten sich mit Softwareentwicklern, Managern oder Programmierern bekannter Firmen bzw. Games. Nachdem die Gesprächsrunde sehr bald sich selbst überlassen wurde, hat sie eine unglaubliche Eigendynamik entwickelt. Im Verlauf kann der Zuseher viel über die damaligen Firmen, Games und involvierte Personen erfahren.

Die Retro Area der Gamescom Now Plattform bot während er Gamescom den Zugang zu den Live-Sendungen. Leider wurde die Übersicht der Sendungen nur zwischen den Streams angezeigt und war sonst nicht abrufbar. Da war es schwierig, sich Sendungen herauszusuchen. Nach dem Ende der Gamescom hat die Retro Area für Retro Gamer leider gar nichts mehr zu bieten. Die Produzenten der verschiedenen Streams haben diese mittlerweile auf YouTube hochgeladen, womit einer Gamescom Retro Area Nachlese nichts mehr im Wege steht.

Nach den Erfahrungen in diesem Jahr dürfte die Gamescom 2021 auf ein hybrides Format hinauslaufen. Informationen im Netz und dazu Live Action vor Ort könnte die Zahl der Besucher bzw. Interessenten erhöhen.

Hier noch einige „Anspieltipps“:

Gamescom Retro-Area 2020 auf Youtube


Christian Spanik präsentiert zwei Gamescom-Specials



Scene World Retro Panel in deutscher Sprache


Scene World Small English Retro Panel


Live Talk von Retrokompott

Das kann man gut nebenbei laufen lassen, da der Talk eine sehr lange Dauer hat. You must understand English language to have fun with it.



Heinz Rösner

Gamescom Retro Area seit 10 Uhr online

Gamescom – die größte Messe für Games muss in diesem Jahr vom 27. bis 30. August online stattfinden. Die Retro Area der Gamescom geht am Freitag, 28. August um 10 Uhr online. Täglich werden hier von 10 bis 22 Uhr alte und neue Spiele für klassische Systeme präsentiert. Zusätzlich geht es um Magazine, Bücher, Automaten und vieles mehr zum Thema.

Sinclair ZX Spectrum Next Issue 2

Einen der erfolgreichsten 8-Bit Heimcomputer aus den 80ern komplett modernisiert und überarbeitet über Kickstarter anzubieten, war 2017 eine äußerst erfolgreiche Idee der Sinclair-Ingenieure. Über 3.000 ZX Spectrum Next-Geräte wurden ab Anfang dieses Jahres mit reichlicher Verspätung ausgeliefert. Auf Ebay werden für den Spectrum Next mittlerweile horrende Preise verlangt.
Was ist naheliegender als eine Neuauflage, um die Nachfrage zu befriedigen?

Am 11. August startete die zweite Kickstarter Kampagne für den ZX Spectrum Next.

Innerhalb von 5 Minuten war das Ziel von 276.000 € erreicht. Derzeit steht die Finanzierung bei rund 1,2 Millionen € und bis zum 10. September wird sich diese Zahl sicher noch erhöhen.
Issue 2 des ZX Spectrum Next wird sich kaum von der ersten Ausgabe unterscheiden. Einge technischen Verbesserungen auf dem Board, ein farbiges Handbuch, 2 MB RAM und zusätzliche Spiele sind im Moment die Features gegenüber der ersten Ausgabe.
Die Anzahl der angebotenen Varianten wurde gegenüber der ersten Kampagne reduziert. Neben dem Plus Modell mit Real-Time-Clock und Wifi-Modul für ca. 332 € gibt es noch das Accelerated Model mit zusätzlichem Raspi Board für ca. 359 €.

Die Auslieferung ist für August 2021 geplant. Nachdem die Vorarbeiten der Entwicklung im Wesentlichen getan sind, sollte es diesmal mit dem anvisierten Auslieferungstermin klappen. Bleibt nur zu hoffen, dass den Kunden aus der EU nicht zusätzliche Kosten durch einen etwaigen harten Brexit entstehen.

Der Sinclair ZX Spectrum Next wird ausgeliefert

Mit zwei Jahren Verspätung kommt das Kickstarter ProjektZX Spectrum Next“ zu einem erfolgreichen Ende.

Das ambitionierte Projekt wollte nicht nur einen Nachbau des ZX Spectrum bieten – das hatte bereits der „Recreated ZX Spectrum“ erledigt. Vielmehr ist das Next-Gerät eine Weiterentwicklung der Vorgängermodelle aus den 80ern. Der Sinclair ZX Spectrum Next verfügt zum Beispiel über einen Z80 Prozessor mit Turbo Modus, 1 MB Arbeitsspeicher, Grafik mit Sprites, RGB/VGA/HDMI-Anschlüsse, Stereo-Audio oder auch einer Joystick-Buchse. Dieses Basismodell, das wir uns in ähnlicher Form schon in den 80ern gewünscht hätten, wurde bereits ausgeliefert. Das Plus-Modell mit Echtzeituhr und WiFi-Modul wird derzeit ausgeliefert. Fehlt noch das „Accelerated“- Modell mit zusätzlichem Raspi Board.

ZX Spectrum Next
Mit zwei Jahren Verspätung begann die Auslieferung des ZX Spectrum Next im Februar

Das Besondere am ZX Spectrum Next ist sicher, dass er nicht nur von der Reminiszenz an alte Zeiten lebt. Vielmehr ist es der Versuch, damalige Technologie in aktuellen Kontext zu stellen und damit auch wieder benutzbar zu machen. So wird der ZX Spectrum Next nicht nur mit dem neuen Betriebssystem ZXOS ausgeliefert, es liegt auch neue Software auf SD-Karte bei. Das Softwarehaus Rusty Pixels unterstützt das System mit kostenlosen und neuen Spielen.

Freude bei den Backern
OMG!!

Das Interesse am Sinclair ZX Spectrum Next war derart groß, dass die Projektgründer eine Neuauflage beschlossen haben. Wer jetzt keinen ZX Spectrum Next ergattern konnte bekommt damit eine neue Chance.

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass noch ein weiteres Projekt der „Konkurrenz“ existiert: Das Mega65 Projekt möchte das von Commodore geplante Nachfolgemodell des C64 zu neuem Leben erwecken. Der Mega65 hat damit einen ähnlichen Ansatz – ist aber noch tief in der Entwicklung.

Heinz Rösner

Es gibt ihn wieder?
The C64 MicroComputer im Handel erhältlich!

C64 Maxi und Mini
Die beiden C64 Varianten: Mini und MicroComputer (Maxi)
Der Wiederauflage des Commodore 64 in Form des C64 Mini fand bereits ein großes Echo. Retro Games Ltd. sind den Wünschen der Fans entgegengekommen und haben einen (fast) eins zu eins Nachbau des Computerklassikers Commodore 64 in den Handel gebracht: The C64 MicroComputer.
C64 MicroComputer
Vom Original kaum zu unterscheiden.

Wer nie einen C64 besaß, aber gerne einen hätte oder ihn wiederhaben möchte – jetzt sollte er die Chance nutzen. Für rund 120 € bekommt man ein Gerät, das dem Original hinsichtlich Bildqualität und Funktionalität durchaus überlegen ist. Mit HDMI- und USB-Anschlüssen kann der C64 Programme auf USB-Sticks speichern bzw. von ihnen laden und praktisch an jeden aktuellen Fernseher oder Monitor angeschlossen werden. Die Stromversorgung geschieht über ein Mikro-USB Kabel, wobei das Netzteil nicht im Lieferumfang enthalten ist. Gegenüber dem C64 Mini hat man beim Joystick zugelegt und ein Gerät mit Mikroschaltern beigelegt. Wie beim kleinen Mini-Bruder sind 64 Spiele dabei, wobei sich die Zusammenstellung etwas geändert hat. Zusätzlich können Programme von Virtual Disks über den USB-Stick genutzt werden.

C64 MicroComputer mit Joystick
Tastatur wie das Original – dazu einen Joystick mit Mikroschaltern.

Der C64 steht mittlerweile in einer ganzen Reihe von Retro-Konsolen, welche die 8-Bit-Technik der 80er Jahre heute wieder salonfähig gemacht haben. Damals musste vor allem die Spielidee überzeugen, da die Grafikfähigkeiten sehr begrenzt waren. Was man mangels Ressourcen aus wenigen Kilobyte geholt hat, ist oft wahre Programmierkunst. Wer die Magie des weltweit meistverkauften Heimcomputers erleben will, ist mit dem C64 sicher gut beraten.

Antstream: „Netflix für Retro-Games“

Auf der Gamescom stellte das britische Unternehmen Antstream seine neue Plattform für Retro-Games vor. Das Besondere daran ist, dass die Games im Stream angeboten werden.

Antstream hat im Moment ungefähr 1.000 Titel lizensiert. Davon sollen rund 500 über die Streaming-Plattform abrufbar werden. Erweiterungen sowie regelmäßige Aktualisierungen des Angebots sind vorgesehen. So soll die Plattform immer wieder Neues bieten.

Die Games stammen von verschiedenen Systemen. Ob C64, Amiga, Nintendo oder ZX Spectrum – der Server sorgt dafür, dass die ursprüngliche Plattform keine Bedeutung mehr hat. Der Mitarbeiter von Antstream nannte den Dienst daher das „Netflix für Retro-Games“. Nach dem Vorbild muss man eine App installieren, die den Zugang zur Bibliothek gewährt. Game auswählen, anklicken und los geht es.

Das Problem der unterschiedlichen Spielsteuerungen hat man elegant gelöst. Alle Spiele sollen je nach Client mit Tastatur, Controller oder Touch-Steuerung spielbar sein. Die Demonstration auf einem iPad war durchaus eindrucksvoll. Hier wurden ein Steuerkreuz und Buttons in den Bildschirm eingeblendet. Vermutlich sind für die verschiedenen Plattformen noch allerhand Anpassungen notwendig, weshalb sich Antstream erst einmal auf die am meisten verbreiteten Betriebssysteme stützen will. Der Dienst soll demnächst für Android und Windows Betriebssysteme verfügbar werden. Weitere Plattformen sollen folgen – auf dem Messestand gab es neben dem bereits erwähnten iPad auch eine XBox zu sehen. Im Moment ist nur eine Vor-Registrierung möglich. Für Gamescom-Besucher gab es auf dem Handzettel einen Link mit Quiz, mit dem sich ein Jahr kostenloses Abo gewinnen lässt. Man ist also sehr bemüht, zum Start des Dienstes eine tragfähige Kunden-Basis zu haben.

Auf dem Messestand wurde eine Abo-Gebühr von 10 Dollar pro Monat genannt. Insofern orientiert man sich hier auch am Vorbild Netflix. Wenn man die Preise der Retro-Konsolen wie C64 Mini, Atari bzw. Megadrive Flashback oder Nintendo Classic berücksichtigt, könnte man für das selbe Geld mehrere Jahre Antstream finanzieren.
Alles in allem ist Antstream eine schöne Idee, Retro-Games einem größeren Publikum auf einfache Weise verfügbar zu machen. Wenn es Antstream gelingt, möglichst viele Top-Titel der verschiedenen Systeme zu lizenzieren und die problemlose Spielbarkeit der alten Software auf allen Geräten zu gewährleisten, dann sind die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start bzw. Betrieb gegeben.

H. Rösner

 

MuseumsForum

Digging Deep – Raritäten aus dem Nixdorf Keller

Das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn ist ein Eldorado für den Retro Freund. Wo sonst bekommt man so viel Retro-Elektronik zu sehen wie im größten Computermuseum der Welt. Bis Anfang August 2018 bietet das Heinz Nixdorf MuseumsForum eine Raritätenschau mit Objekten aus dem Fundus: Digging Deep.

Im dritten Stock des Forums wurden thematische Räume gebildet um die Objekte in Szene zu setzen. Unter dem Motto „Kurioses und Kostbares“ hat man seltene Schreibmaschinen, eine Heureka Addiermaschine oder „die Mutter der Registrierkassen“ – eine NCR Tastenhebelkasse, zusammengestellt.

Lambert
Lambert Schreibmaschine Ende 19. Jahrhundert
Heureka Addiermaschine Anfang 20. Jahrhundert

Der zweite Raum ist Computern aus dem Osten gewidmet. Der Robotron EC 1834 erinnert sehr an die Siemens PCs – und das war kein Zufall. Die Heimcomputer 9001 oder KC87 wurden sogar in der Wirtschaft eingesetzt und haben eine von DDR-Ingenieuren angepasste CP/M Version als Betriebssystem.

Robotron Heimcomputer

Ein sowjetischer 8 Bit Computer in knalligem orange konnte Ende der 80er nur schwarz / weiß darstellen und war damit schätzungsweise 8 Jahre zurück.

Natürlich dürfen im Nixdorf Forum die Computer von Nixdorf nicht fehlen: Design und Funktion – Nixdorf setzt Maßstäbe. Hier sind es unter anderem gläserne Computer und Peripheriegeräte, die noch von Heinz Nixdorf für eine Wanderausstellung in Auftrag gegeben wurden. Das Inneleben der Monitore, Belegleser, Belegdrucker, Kombitastatur usw. offenbaren interessante Details. Die Fülle der Komponenten ist man heute gar nicht mehr gewohnt und das daraus resultierende Gewicht der Geräte war nicht unerheblich.

Gläserner PC 8810 M55 von Nixdorf – eine IBM XT Alternative

Bei den „Großen Minis“ steht man mannshohen Kästen gegenüber: Minicomputer aus den 70ern von der Digital Equipment Corporation oder Honeywell.

Ein Digital Equipment pdp8e 12-Bit-Rechner von 1970

Besonders interessant ist sicher der „Flops und Retro“ Raum. Der Philips Bildplattenspieler war einerseits seiner Zeit voraus, konnte andererseits dem VHS System nicht die Stirn bieten. Ein ähnliches Schicksal traf das Video 2000 System von Grundig.

Philips Laserdisc – mit analogen Bildinformationen

Flops von namhaften Herstellern sind dann z.B. ein Microsoft Zune Player, ein Minidisc Recorder von Sony,  der Apple Cube oder ein BTX Terminal von Loewe.Grund für den Flop waren hohe Preise (Cube, BTX Terminal), technische Mängel (Zune) oder schlechtes Marketing (Minidisc).

Loewe BTX (Bildschirmtext) Terminal – der Vorläufer des Internets von der Deutschen Post
Der Microsoft Zune Player sollte dem iPod Konkurrenz machen

Die Pippin Konsole von Apple dürfte als  Versuch, auf dem Konsolenmarkt Fuß zu fassen, hier kaum bekannt sein. Produziert von Bandai hatte es gegenüber der Playstation oder dem Sega Saturn kaum etwas zu bieten.

Apple Pippin Spielkonsole

Im letzten Raum wird es interaktiv – Computerspiele von damals zum ausprobieren unter dem Motto „Alles Retro – Computerspiele von gestern„.
Ein Telespiel war in den 70ern der letzte Schrei. Das Versandhaus Quelle vertrieb unter seiner Marke Universum ein Gerät, mit dem sich verschiedene Pong-artige Spiele abrufen liessen.

Universum Telespiel

Schließlich bietet das MuseumsForum in der Sonderausstellung noch Spaß mit mehreren Commodore VC20. Die einen können Erinnerungen auffrischen während andere staunen, womit wir uns vor über 30 Jahren beschäftigt haben.

Die hier angesprochenen Exponate sind nur ein Teil der Sonderausstellung. Ein Besuch lohnt sich – schließlich bekommt man mit der Dauerausstellung noch zwei Etagen voller Computergeschichte hinzu.

Heinz Rösner