Archiv der Kategorie: Kurz angespielt

(Un)Vergessene Amiga-Perlen (1): „Waxworks“

Analog zu unserer beliebten Serie „Vergessene C64-Klassiker„, präsentieren wir ab heute bekannte und weniger bekannte Amiga-Klassiker, die man kennen und gespielt haben sollte. Den Anfang macht ein wirklich gelungenes und sehr spannendes Horroradventure. Viele Spieler werden zunächst an „Elvira-Mistress of the Dark“ (1990) denken und liegen da gar nicht mal so falsch. Denn Horrorsofts 1993 erschienenes Gruselspiel weist eine Menge Parallelen zum jenem Genreklassiker auf, etwa in der Horroratmosphäre oder der Spielmechanik. Nach Öffnen der Verpackung erwartete die Spieler der erste (kleine) Horror: Amigianer ohne Festplatte mutierten damals selbst mit Zweitlaufwerk zu DJs: (Un)Vergessene Amiga-Perlen (1): „Waxworks“ weiterlesen

Kurz angespielt: Alien Carnage/Hallonween Harry

Im Internet findet man immer mehr der ehemaligen Shareware-Hits als Freeware. So auch der Klassiker »Alien Carnage/Halloween Harry« von Apogee. Ziel bei »Alien Carnage« ist es, mit Harry die Erde von den miesen grünen Aliens zu befreien. Ausgestattet mit einem Raketenwerfer und einem Hubschrauber-Rucksack wird sich, je nach Konfiguration, per Joystick oder Tastatur durch die vier großen Stages geballert. Extras, wie herumliegende Münzen, frischen das Punktekonto auf. Getroffene Aliens verlieren nach ihrem Pixeltod weitere Extras, die Harry mit frischer Energie versorgen.

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Kurz angespielt: Switchfire

„Thunderforce“- oder „SWIV“-Freunde aufgepasst! Hier kommt der ultimative Nachfolger für Fans gepflegter Actionkost: „Switchfire“, so der Titel aus dem Hause Frogster, bietet eine Optik, die stark an Arcade-Klassiker der 1990er Jahre erinnert. Gespielt wird je nach Wahl mit einem Kampfhubschrauber, Militärjeep oder Schnellboot. Zusätzlich bietet einem der Top-Down-Scroller einen Kooperationsmodus, was die Ballerei um einiges einfacher gestaltet. Unterstützt werden fast alle Hardwareeingabegeräte. In den Optionen stehen Joystick, Maus oder Tastatur, sowie weitere Steuerungskombinationen zur Wahl und man kann aus verschiedenen Monitorauflösungen wählen. „Switchfire“ spielt sich sehr gut und zeigt sich nur hin und wieder bei einem Überangebot an gegnerischen Sprites störrisch. Oft bekommt man es mit dem bekannten Spriteflackern zu tun, was aber nicht weiter stört. Ein echter Fan von Arcade-Games aus dieser Zeit wird dieses kleine Manko gerne in Kauf nehmen.

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Kurz angespielt: E.T. the Extra-Terrestrial

Zu Spielbergs Filmklassiker und Kassenhit von 1982 durfte eine Spielumsetzung natürlich nicht fehlen. Doch weil man das Spiel unbedingt zum Weihnachtsgeschäft fertig haben musste, mangelte es den Programmierern erheblich an Entwicklungszeit. Man hatte sage und schreibe nur 6 Wochen Zeit, um »E.T.« zu produzieren – viel zu wenig, um ein halbwegs vernünftiges Spiel zu erschaffen. So wurde »E.T.« für das Atari 2600 zu einem der berüchtigtsten Spiele überhaupt.

Und darüber hinaus trug es für viele nicht nur zum Untergang des Atari 2600 bei, sondern war einer der Hauptgründe für den Videospielcrash. Jahrzehntelang hielt sich das Gerücht, der Hersteller hätte tausende von nicht verkauften Modulen in der Wüste von New Mexico vergraben. Angeblich hatte Atari 12 Millionen »E.T.«-Module produziert und damit 2 Millionen mehr, als es Atari 2600-Konsolen gab! Die Atari-Bosse hofften, dass sich Spieler allein E.T.s wegen eine Atari 2600-Konsole zulegen würden. Stattdessen schickten wütende Spieler Atari zu Hunderten ihre »E.T.«-Module zurück. Doch worum geht es nun eigentlich im Spiel? Ziel ist es, E.T. beim Einsammeln von Teilen eines Telefons zu helfen, damit er »nach Hause telefonieren« kann. Das Einsammeln hat nicht nur wenig mit der Story des Films zu tun, sondern wird auch noch durch unbekannte Schauplätze, die ebenfalls nichts mit dem Film zu tun haben, und weitere fragwürdige Gameplay-Entscheidungen untermauert. Man flüchtet vor seltsam aussehenden Mantelträgern und fällt in diverse Gruben, um dort Teile des Telefons einzusammeln. Um aus einer Grube herauszukommen, muss E.T. seinen Hals recken, um dann ewig langsam nach oben zu schweben. Stimmt zudem das Timing nicht, fällt man wieder in die Grube zurück. Dann und wann findet sich dort eine vertrocknete Blume, die man wiederbeleben kann. Sinn macht das alles herzlich wenig. Hat man alle Teile des Telefons zusammen, wird man vom Mutterschiff abgeholt und das ganze eintönige Gameplay beginnt von vorn. Innerhalb von fünf Minuten kann man das Spiel durchspielen – wenn man es schafft, so lange die Nerven zu behalten. Kurz angespielt: E.T. the Extra-Terrestrial weiterlesen

Kurz angespielt: Pandemonium!

Es ist das wohl beste und beeindruckenste Jump’n’Run für Sonys erste PlayStation: „Pandemonium!“. Beeindruckend ist dabei besonders die wundervolle Grafik. Denn während das Gameplay wie bei einem 2D-Jump’n’Run ist, präsentiert sich die Grafik in feinstem 3D und wartet an vielen Stellen mit hübschen Kamerafahrten auf. Das lustige Intro zeigt Nikki und Fargus, die mit einem magischen Buch hantieren und dabei aus Versehen das Königreich von einem Riesenfrosch verschlingen lassen. Um selbiges zu retten, müssen die beiden sich zur „Wunschmaschine“ durchkämpfen. Der Spieler kann zwischen Nikki und Fargus wählen. Erstere kann einen sehr praktischen Doppelsprung ausführen, letzterer sprechendes Zepter Sid als Waffe nutzen. In der Praxis erweist sich besonders der Doppelsprung von Nikki als sehr nützlich, macht er doch scheinbar unerreichbare Abschnitte zugänglich. Sammelt man genügend Edelsteine ein, darf man nach dem Levelende je nach Abschneiden eine von zwei Bonusstages absolvieren. Die eine spielt sich wie eine Achterbahnfahrt, die andere ist ein Flippertisch. Auch sonst warten tollen Ideen: An bestimmten Stellen im Spiel verwandelt man sich in ein Tier, z. B. ein Nashorn. So kann man im Laufschritt durch die Gegner rasen. Wie eingangs erwähnt ist die Grafik der Clou: mehrfach kommt man aus dem Staunen nicht heraus, weil die Kamera schwindelerregende Höhen oder riesige Abgründe zeigt.
2009 erschien auch eine Version für iPhone/iPad/iPod touch.

Fazit: Schlicht eines der besten und schönsten Jump’n’Runs aller Zeiten!
System: PlayStation, Saturn, MS-DOS, N-Gage, iPhone/iPad/iPod touch [iOS]
Entwickler: Crystal Dynamics
Verleger: BMG Interactive
Erscheinungsjahr: 1996
Webseite: de.wikipedia.org/wiki/Pandemonium

Kurz angespielt: New Super Mario Bros.Wii

Eine ausführliche Einleitung sparen sich Miyamoto und seine Kollegen: Prinzessin Peach wird an ihrem Geburtstag von Bowser Jr. und seinen Schergen entführt, woraufhin sich der gute alte Mario ohne nur eine Sekunde zu zögern ins Abenteuer stürzt.
Wer die Reihe kennt, fühlt sich sofort zuhause, da einem Spieldesign und -konzept absolut vertraut vorkommen. Mario begegnet alten Bekannten und setzt das typische Mittel ein, um seine Gegner aus dem Weg zu räumen: Er hüpft ihnen einfach auf den Kopf. Steht der Held an einem Abhang, kann er diesen sogar hinabrutschen und so die ihm entgegenkommenden Wesen wegfegen.
Doch selbstverständlich kommen genauso die Steuerungsmöglichkeiten der Konsole zum Zug: Ebenen, die sich weiter oben befinden, erreicht Mario mit einem zusätzlichen Propellerhelm. Dazu schüttelt der Spieler einfach die Wii-Remote, die er übrigens waagrecht halten muss. Die Handhabung ist vor allem deswegen sinnvoll, weil es im weiteren Verlauf immer wieder Plattformen gibt, die der Held ausbalancieren kann. Das hat zweifellos Vorteile.
»New Super Mario Bros.Wii« ist ein liebevoll gestaltetes Videospiel mit Retrosounds. Doch man merkt sehr schnell, wie die Levels peu à peu schwieriger werden. Dies kann in schwierigeren Passagen zu Frust führen. Andererseits kann nun mit Freunden über den Frust diskutiert werden, denn es ist nun möglich, sein Glück gemeinsam mit bis zu drei weiteren Spielern zu versuchen. Dies erleichtert aber nicht das Vorankommen. Im Gegenteil. Es kann richtig chaotisch zugehen.

Fazit: Ein Videospiel, in dem viel Nostalgie lebt – und für das man viel Geduld mitbringen muss.
System: Nintendo Wii (angespielt), Nintendo DS
Entwickler/Verleger: Nintendo
Erscheinungsjahr: 2009
Webseite: www.nintendo.de

Kurz angespielt: Machinarium

Nach „Edna bricht aus“ und „Whispered World“ liefert Amanita Design mit „Machinarium“ das perfekte Spiel für die ganze Familie. Hat man erst einmal den gesamten Ordner auf die Festplatte kopiert, kann der Abenteuerspaß beginnen. Dieses Adventure fesselt einen ab der ersten Minute. Wie es sich für ein klassisches Point-and-Klick-Adventure gehört, wird ein bestimmter Charakter während des Spiels gesteuert. Bei „Machinarium“ ist es der kleine hässliche Roboter Josef. Bevor aber die Reise durch den Maschinenplaneten beginnen kann, man seine große Liebe befreien und den Bombenanschlag verhindern kann, muss man den armen kleinen Kerl erst zusammenbauen und ihm ein paar Beine besorgen. Witzige Animationen während des Spiels und irgendwie knuffig wirkende metallische Gegner bringen einen immer wieder zum schmunzeln. Je weiter man den Planeten erforscht, desto schwerer werden die Knobelaufgaben. So gehört es sich eben für ein gutes Adventure. Das Leveldesign sieht phantastisch aus und sorgt mit der dazugehörigen, ansprechenden Musik für eine tolle Atomsphäre während des Spiels. Als Zugabe liegt dem Spiel der Soundtrack als Audio-CD bei, sowie das Spiel „Samorost 2“.

Fazit: Schon lange nicht mehr so viel Spaß bei einem Point-and-Klick-Adventure gehabt. Absolut Empfehlenswert!
System: Mac OS X (angespielt), Windows
Entwickler: Amanita Design
Verleger: Daedalic Entertainment
Erscheinungsjahr: 2009
Webseite: www.machinarium.de

Kurz angespielt: CornerChaos

Unter Shareware- und Casual-Games-Fans gehört „CornerChaos“ zu den beliebtesten Knobelspielen der letzten Jahre. Die vorliegende iPhone-/iPad-/iPod-touch-Portierung spielt sich wie das Original und bietet zusätzlich einige neue interessante Ausstattungsmerkmale. Noch immer müssen vier gleichfarbige Kugeln zusammengesetzt werden. Damit man aber nicht bereits nach den ersten Runden entnervt aufgibt, besteht ab sofort die Möglichkeit einen versehentlich gemachten Zug zurückzunehmen. Dies macht sich bereits nach kurzer Zeit positiv auf dem Punktekonto bemerkbar. In den höheren Stufen wird die Angelegenheit um einiges kniffliger, da weitere farbige Kugeln ins Spiel kommen. Wird es einmal brenzlig, gibt es alle paar Runden einen Joker dazu, der wieder Platz schafft. Erzielte Punkte lassen sich per WLAN- oder UMTS-Verbindung auf die Homepage von Shoecake Games hochladen. Wer sich aber hier in den vorderen Plätzen verewigen will, sollte sich erst einmal ein paar Wochen ins Trainingslager begeben.

Fazit: „CornerChaos“ sollte für unterwegs auf keinem iPhone oder iPod touch fehlen – zumal das Spiel im App Store gerade einmal 79 Cent kostet.
System: iPhone/iPad/iPod touch [iOS] (angespielt), Mac OS, Windows, Pocket PC
Entwickler/Verleger: Shoecake Games
Erscheinungsjahr: 2006
Webseite: www.shoecakegames.com/cornerchaos

Kurz angespielt: P. P. Hammer and His Pneumatic Weapon

„P. P. Hammer and His Pneumatic Weapon“ – so merkwürdig der Titel, so innovativ das Gameplay. In diesem Mix aus Knobel- und Plattformspiel muss man nichts weiter tun, als eine bestimmte Anzahl an Schätzen zu sammeln, um den Ausgang zum nächsten Level freizuschalten. Das Problem ist, das diese Schätze zum großen Teil unter Steinen versteckt sind. Also muss man seinen Presslufthammer benutzen und sich so einen Weg durch die labyrinthartigen Level bahnen. Schwierig wird es dadurch, dass die weggehämmerten Steine nach ein paar Sekunden wieder nachwachsen! Zudem erschweren Fledermäuse und anderes Gewürm das Vorankommen und schießen kann P.P. Hammer mit seinem Werkzeug nicht. Hinzu kommen Wasser- und Feuerfallen, sowie (Fall)Türen, die man nur mit speziellen, in den Leveln versteckten Schlüssel benutzen kann. Als Extras gibt es u.a. eine bessere Sprungfähigkeit. Eine wirklich nette Idee sind die Bonuslevel, die komplett aus Legosteinen bestehen. Viele kleine Details runden das tolle Spiel ab: Wenn P.P. Hammer sich duckt, so verschwindet er komplett unter seinem Helm und hat er den Ausgang gefunden, führt er einen Freudentanz auf. Der wunderbare Soundtrack ist die Sahne-Krönung auf diesem exquisiten Plattform-Dessert.

Fazit: Ein fantastischer und stundenlang fesselnder Jump’n’Run-Spaß!
System: Amiga (angespielt), C64
Entwickler: Traveling Bits
Verleger: Demonware
Erscheinungsjahr: 1991
Webseite: www.lemonamiga.com/games/details.php?id=862