Archiv der Kategorie: RETRO-Lounge

RETRO-Lounge [91]: Fotos aus dem Museum

Andreas Lange, Direktor des Computerspielemuseums, hat es sich nicht nehmen lassen, uns beim Zocken zu fotografieren. Okay, mich hat er beim Spielen mit dem Smartphone erwischt. Doch seht selbst. (Auf der Seite sind auch Fotos vom letzten Event mit Nicolas Gaume, ebenfalls sehr gut gelungen.)

RETRO-Lounge [90]: Ein gelungener MIDI-Maze-Abend im Computerspielemuseum!

Das war definitiv eine runde Sache – und zwar nicht nur wegen der ringförmigen Vernetzung (haha), die Torsten Othmer mit seinen Ataris erstellt hat. Auch die Anwesenden haben mit viel Spaß am Gerät für einen lustigen Abend gesorgt, darunter auch Andreas Lange, Direktor des Museums. Vielen Dank dafür!

Atari-Sammlung

MIDI Maze (1)

MIDI Maze (1)

RETRO-Lounge [89]: Erinnerungen: Lost Patrol

Sonntage wie diesen verbrachte die digital aktive Jugend vor 20 Jahren unter anderem mit Spielen wie diesem: Lost Patrol

Besonderes Detail: man hört die Laufwerksgeräusche während des Spiels. Und: dieses Spiel war zweifellos in die Rubrik „Ultrahart“ einzusortieren. Warum? Nunja, Wikipedia hat da so eine Idee:

„Zu erwähnen wäre noch, dass öfter behauptet wird das Spiel sei fehlerhaft und es wäre unmöglich, Lost Patrol erfolgreich zu beenden. Das rührt daher, dass eine ( früher besonders unter Schülern ) weit verbreitete Raubkopie in Umlauf war, die eine unvollständige Version des Spiels enthielt. Bei dieser Kopie ( die offenbar aus dem Entwicklungsbüro“verschwand“, bevor das Spiel ganz fertig war ) fehlt die Minensuchsequenz. Im Originalspiel kann der Spieler einen ausgesuchten Charakter mittels eines Messers nach Minen stochern lassen. Dies fehlt in der unfertigen Version, und da kurz vor dem Ziel, dem US Stützpunkt Du Hoc, ein großes Minenfeld liegt, ist es für Besitzer der Raubkopie unmöglich, Du Hoc zu erreichen. Anstatt bei Erreichen des Minenfeldes in die Suchsequenz zu gehen, wird dem Spieler mitgeteilt das er in ein Minenfeld gelaufen und tot sei.“

(Quelle: wikipedia.org)

Interessant ist in diesem Kontext natürlich auch, wie genreprägend der Vietnamkrieg damals (noch) war. Heute geht es längst um andere Kriege – in der Realität wie im Spiel …

RETRO-Lounge [88]: DAS nenne ich mal ein Games-Angebot!

Alle Spiele, die jemals für Nintendo-Home-Maschinen veröffentlicht wurden – von Famicom bis Gamecube. Alle Games, die jemals für Sega-Systeme veröffentlicht wurden. Und alle Spiele, die jemals auf NEC-Systemen aufgetaucht sind.

So verspricht es der Verkäufer. Und fordert dafür beinahe eine Million Euro.

Das ist ohne jeden Zweifel ein extremes Games-Angebot! Ich bin gespannt, was daraus wird. Sicher ist ihm immerhin die Aufmerksamkeit: über 300.000 Aufrufe verzeichnet sein Angebot schon.

Nur ein Werbegag? Ein Fake? Ein gefundenes Fressen für Spaßbieter? Oder doch ein spektakulärer Deal? Warten wir es ab.

RETRO-Lounge [87]: Gülden, aber sehr, sehr teuer

… ein wenig zu teuer für meinen Geschmack – oder liege ich mit meinem Preisgefühl doch leicht daneben? Und: Fake oder real? (Nach Auskunft einer kompetenten Person wird gerne versucht, diese Edition zu fälschen. Welche Merkmale sind hier entscheidend, um falsch von echt zu unterscheiden?)

Screenshot eBay-Auktion: C64 (Gold)
Screenshot eBay-Auktion: C64 (Gold)

UPDATE (2.7.2012): Der Verkäufer versichert uns, sein Gerät wäre echt. Okay, aber woran erkennt das der Laie, wenn er nur die Auktion zur Bewertung hat? Bei so einem Preis möchte man schließlich auf Nummer Sicher gehen und nicht nur vertrauen können.

RETRO-Lounge [86]: Die Beastie Boys, ein Stück Jugend!

Sie gehörten damals in den 1990ern dazu, so wie der Spielenachmittag mit dem Amiga 500, denn sie hatten ebenfalls etwas schön schräges und widerständisches an sich: die Beastie Boys. Nun ist einer von ihnen gestorben: MCA alias Adam Yauch, Gründungsmitglied und bekanntes Gesicht des Trios. Damit endet ein Stück Band- und Musikgeschichte, welches auch – für sicher nicht wenige von uns – ein Stück Jugend war. Natürlich ist „Fight for your right“ einer ihrer größten Hits, aber erstens ist der aus den 80ern und zweitens fiel mir beim Lesen des Nachrufs zuerst dieses grandiose Lied ein:

UPDATE (5.5.12, 20:52): Autor Joachim Hentschel sieht das bei ZEIT ONLINE ziemlich ähnlich: „Unfassbar seltsam fühlt sich das an. Wie die plötzliche Nachricht, ein Superheld oder eine Comicfigur sei gestorben. Die Beastie Boys, Tick, Trick und Track der Rapmusik: Sie sind nur noch zu zweit. Die grässliche, klinische Realität ist eingebrochen in ein Universum aus Cartoon-Dialogen und Reim-Wettbewerben; den schönsten Sneakers der Welt und den höchsten Videospiel-Highscores; aus gigantischen Meerschweinchen, die Spielzeugstädte plattmachen, und einer Art von Jungsfreundschaft, die man dann am stärksten spürt, wenn man sich nach einem wilden Hardcore-Punk-Konzert stumm, froh und verschwitzt auf die Schultern klopft.“ (Quelle: ZEIT ONLINE)

RETRO-Lounge [85]: Alle wollen Smartphones

Wer sich heute ein Smartphone kauft, mag vielleicht nur ans iPhone oder an Android-Geräte denken. Dabei liegen die Anfänge der Smartphones viel weiter zurück als nur vier, fünf Jahre. Wenn der Branchenverband BITKOM davon schwärmt, daß zuletzt 30 Prozent Anstieg beim Smartphoneverkauf in Deutschland zu verzeichnen waren, wird im Allgemeinen gerne vergessen, daß diese Geräte nicht nur schon sehr lange auf dem Markt sind, sondern auch die Early Adopters hier entsprechend veeeeeeery early aktiv waren. (In meinem Falle bereits 1997. Das ist nun schon so dermaßen lange her, daß ich zwischendurch beinahe schon eher den Tod der Smartphone-Idee als ihren endgültigen Siegeszug kommen sah – wie gesagt: beinahe. Letztlich wurde ja doch alles gut.) Und inzwischen ist der Text bei onlinekosten.de, den ich vor fünfeinhalb Jahren (!) dazu schrieb, auch schon wieder retro, nicht nur die ersten Smartphones … doch lest einfach selbst: eine kleine Anekdote zum Wochenende aus einer Zeit, als das iPhone noch keine Rolle spielte

RETRO-Lounge [84]: 25 Jahre C64-Freude – guten Rutsch!

1986 fing alles an. Deshalb ist 2011 das Jahr, in dem sich mein erster C64-Kontakt zum 25sten Mal jährt – und dieses Jahr endet in wenigen Stunden. Wow! Nach gebrauchten, geborgten und anderweitig erbeuteten Brotkästen kam dann 1988 diese brandneue Errungenschaft ins KinderJugendzimmer. Warum gerade diese? Nun ja: der einzige Laden, den ich damals in unserer Nähe fand, war Vobis – und die hatten nur dieses C64-Set vorrätig. Eine 1541-II gabs noch oben drauf (die war dafür ´88 brandneu und somit auch entsprechend teuer) – und schon war der Junge insgesamt über 600 DM los. Daß es sich natürlich absolut gelohnt hat, steht wohl außer Frage. (Sonst gäbe es diese Website ja auch nicht …)

1991 verblaßte das Interesse am Brotkasten ein wenig, denn es kam ein Amiga 500 dazu, der natürlich noch ein wenig faszinierender war (der echte Retrocharme konnte bei einem frischen System natürlich noch nicht einsetzen, spannend war hier – wenig überraschend – vor allem der technische Fortschritt). Der Brotkasten trat in die zweite Reihe, in der er allerdings nicht lange allein verweilen mußte: nur wenig später folgte ihm bereits der A500 – und dem folgten wiederum ein A500plus, ein A600, ein A2000, ein A1000 (!) sowie ein C64C, ein C128 und ein C128D. Geplant waren immer mal wieder ein A4000 (da war Commodore aber schon in schwerem Fahrwasser und die potentielle Investition fragwürdig) und – fragt mich bitte nicht, warum – ein A3000UX. (Die Unix-Frage löste ich dann u.a. auf dem A2000, der das tadellos hinbekam.)

Tja, und irgendwann im Laufe der Jahre wurde die zweite Rechner-Reihe letztlich die spannendere – danke, Windows! Man kann zusammenfassend sagen: es war nicht weniger als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Und ich bin mir sicher, daß es nicht nur mir so ging: Jeder aus dem RETRO-Team kann mit Sicherheit solche oder ähnliche Geschichten erzählen und deshalb schauen wir auch hoffnungsfroh ins neue Jahr, voller Elan und mit viel Neugier auf neue und alte Systeme, um diese Freundschaft fortzuführen. Denn soviel steht jetzt schon fest: retromäßig wird es mit Sicherheit spannend.

Genießt die Retrokultur in 2012! Guten Rutsch ins neue Jahr!

RETRO-Lounge [83]: Ehrliche fünf Sekunden: We are not delighted, Mrs Kroes!

Neelie Kroes scheint den mehrfach gescheiterten Ex-Minister Guttenberg ja aus irgendeinem Grund ganz fest ins Herz geschlossen zu haben, sonst hätte sie wohl kaum dermaßen oft und stoisch während der Pressekonferenz zum EU-Projekt „No disconnect“ betont, daß sie total „delighted“ über sein Mitwirken sei. Sehr große Teile der digital aktiven Deutschen, zum Beispiel zahlreiche Twitter-User, scheinen dieses Entzücken keineswegs zu teilen. Kein Wunder: es gibt eigentlich nichts, was Guttenberg zu der hochgradig sensiblen und spannenden Thematik substantiell beitragen, geschweige denn ihm einen entsprechenden Expertenstatus zukommen lassen könnte. Mir fallen hier spontan Dutzende Menschen ein, die ungleich kompetenter und geeigneter sind für diesen Job. Aber irgendetwas jenseits echter Kompetenz muß es ja sein, was Frau Kroes so entzückt hat. Wir konnten es auf der Pressekonferenz leider nicht erfahren. Schade.

Neelie Kroes & RETRO

Kleine Wette gefällig? Ich sage: Guttenberg wird auch diesmal versuchen, seine Inhaltslosigkeit durch Inszenierung zu übertünchen. Denn warum sollte jemand, der diese Strategie ein Leben lang eingesetzt hat, nun innerhalb weniger Monate davon abkommen, von diesem ganz besonderen, großspurigen Gehabe, gespeist vom (irrigen) Gefühl einer Art natürlicher Überlegenheit, getragen vom satten Brustton der Überzeugung, kurz: von der Inszenierung? Weil er aus Schaden klug geworden ist? Das wäre natürlich ein veritabler Grund, aber davon ist schon allein deshalb nicht auszugehen, weil er dann diesen Beraterposten gar nicht erst angenommen hätte.

Kann er also auch anders? Grundsätzlich und unter bestimmten Voraussetzungen natürlich schon. Aber Guttenberg spult auch diesmal seine nicht gerade sympathische Großspurigkeit ab, so wie in den ersten fünf Sekunden dieses Videoauschnitts, in denen er die Journalistenfrage beantwortet, warum dieser Auftritt kein Comeback in der deutschen Politik sei:

Seriously, Mrs Kroes, we are not delighted.