Archiv der Kategorie: RETRO-Lounge

RETRO-Lounge [100]: Es geht los!

So, wir können jetzt loslegen! In der kommenden Woche erwartet die AbonnentInnen, aber auch alle anderen RETRO-Fans eine kleine Entschädigungsrunde für die Malheure dieses Jahres. Um die Geschichten zu erzählen, die dahinter stecken, bräuchte es viel Zeit und Energie – doch das sparen wir uns jetzt und hier und fangen am Montag einfach mal mit dem ersten von insgesamt drei (!) Angeboten der Wiedergutmachung an. (Die, die uns die Probleme eingebrockt haben, werden schon sehen, was wir davon halten – soviel ist sicher. Aber das soll wie gesagt hier nun nicht unser Thema sein.) Näheres gibt es ab morgen dann hier in der RETRO-Lounge, Jubiläumsausgabe 100!

Update I (7.12.): Zwischen den Jahren (27. bis 31.12.) Interesse an einem Besuch des Berliner Computerspielemuseums? Dann bitte bei mir (nicht direkt beim Museum) melden – es gibt für AbonnentInnen fast 66% Rabatt und kostenlos obendrauf noch meine Begleitung samt einiger Anekdoten aus der Computer- und Retromagazin-Welt. Mail an stephan @ retromagazine.eu (Abonummer bereithalten). Aus zeitlichen Gründen ist das Angebot begrenzt, deshalb bitte asap melden. Ich schaue dann nach der Realisierbarkeit des Termins.

Update II (9.12.): Nach dem ersten Durchgang (vielen Dank für die Meldungen bzgl. des CSM-Besuchs – wir werden viel Spaß mit den alten Rechnern im Museum haben ;) kommt nun der zweite Streich: die ersten fünf Abonnenten, die sich mit Abonummer und Hausadresse bei mir (stephan @ retromagazine.eu) melden, bekommen jeweils ein Exemplar des brandneuen RETROLAND-Romans gratis. Also fix an die Tastatur und Mail an mich. Die ersten fünf Eingänge mit Abonachweis und Hausanschrift gewinnen.

Update III (14.12.): Buchaktion (s.o.) beendet – jetzt auf in die letzte Runde! Alle Abonnenten können ab sofort eine komplette Sammlung GO64-Disks runterladen (CD-Image). Der Link dazu ist dann hier zu finden. Das Paßwort zum Download gibts vom Verlag. Abonnenten sollten sich dort direkt melden.

Damit ist unsere Entschädigungsrunde abgeschlossen. Wir hoffen, es hat euch ein wenig Spaß gemacht und die Ärgernisse der Vergangenheit – zumindest ein wenig – vergessen lassen. Im kommenden Jahr steht auf jeden Fall eines auf dem Plan: Stabilität – im positiven Sinne.

RETRO-Lounge [99]: RETRO-Fans erwartet eine Überraschung …

… quasi als kleine Entschädigung für all die Herausforderungen der jüngeren Vergangenheit, direkt vom CSW-Verlag. Details dazu in Kürze in der Jubiläums-RETRO-Lounge 100.

RETRO-Lounge [98]: Im Zweifel einfach mal die Fresse halten!

Wohin völlig bescheuerte Spekulationen führen können, lernen gerade – hoffentlich! – diejenigen, die RETRO-Verleger Enno bereits Faulheit, Inkompetenz oder Bocklosigkeit in Zusammenhang mit der RETRO(-Verzögerung) unterstellt haben und damit nun voll auf die Nase gefallen sind. Manche können halt ihre Klappe nicht halten und müssen immer wieder wild drauf los spekulieren, lernen aber gerade auf die harte Tour: Scheiße, verzockt! Und die ganze Welt ist Zeuge dieses großmäuligen Versagens. Wirklich sehr, sehr peinlich …

Denn für die Verzögerungen bei der RETRO gab es gute Gründe. Neben dem Redaktionswechsel mit all seinen Folgen hatte Enno in seinem Umfeld zwei Todesfälle zu beklagen. Mehr muss man dazu nicht öffentlich breittreten – selbst diese Info ist bereits mehr als man normalerweise erwarten kann, denn es geht um sehr private Dinge. Und es gibt nun einmal Dinge, die sind wichtiger als die Arbeit. Aber Stil und Anstand sind für manche Zeitgenossen immer noch Fremdwörter, sie benehmen sich lieber wie pubertierende Deppen. Deshalb danke ich an dieser Stelle – auch stellvertretend für Enno – all denjenigen, die mit ihren Beileidsbekundungen und guten Wünschen den richtigen Weg gewählt haben und dadurch zweifellos eine echte Hilfe waren. Den unreifen Spekulanten kann ich nur empfehlen: sucht euch professionelle Hilfe. Die führt euch hoffentlich (zurück) ins normale Leben. Ohne pathologische Spinnereien, ohne kindischen Unsinn. Oder wie man auf Englisch sagen würde: Get a life!

Apropos: wer die Spekulationen, Ausreden oder Spinnereien unter diesem Text nun fortzusetzen versucht, der beweist letztlich nur, wie dringend er eine Therapie benötigt. Auch wenns schwerfällt, liebe Irre: im Zweifel einfach an Onkel Dieter denken. Es wäre ein richtiger erster Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Erwachsenwerden.

RETRO-Lounge [97]: „We may never see another breakthrough computer like the Amiga“

Man kann viel schreiben über diesen wunderbaren Computer, dieses fast schon magische System, das uns so viele innovative Features brachte, die inzwischen längst selbstverständlich sind … doch wahrscheinlich am besten ausgedrückt hat es in der Tat der dieser Tage wieder viel gelobte und zitierte BYTE-Artikel aus dem Jahre 1994, den ich hier auszugsweise und kommentiert wiedergeben möchte:

„Commodore’s high point was the Amiga 1000 (1985). The Amiga was so far ahead of its time that almost nobody – including Commodore’s marketing department – could fully articulate what it was all about. Today, it is obvious the Amiga was the first multimedia computer, but in those days it was derided as a game machine because few people grasped the importance of advanced graphics, sound, and video. Nine years later, vendors are still struggling to make systems that work like 1985 Amigas.“

So großartig und bedeutend die Erfolge von Apple, Nintendo und Co. heute auch sein mögen – der Autor hat recht, wenn er darauf hinweist, wie sehr man Commodore diesbezüglich huldigen muß. Denn …

„At a time when PC users thought 16-color EGA was hot stuff, the Amiga could display 4096 colors and had custom chips to acclerate video. It had built-in video outputs for tv’s and VCRs, still a pricey option on most of today’s systems. It had four-voice, sampled stereo sound and was the first computer with built-in speech synthesis and text-to-speech conversion. And it’s still the only system that can display multiple screen at different
resolutions on a single monitor.“

… und …

„Even more amazing was the Amiga’s operating system, which was designed by Carl Sassenrath. From the outset, it had preemptive multitasking, messaging, scripting, a GUI, and multitasking command-line concoles. Today’s Windows and Mac users are still waiting for some of those features. On top of that, it ran on a $1200 machine with only 256 KB of RAM.“

… was letztlich zu der Schlußfolgerung führt:

„We may never see another breakthrough computer like the Amiga.“

Stimmt. Es war eine einzigartige Zeit mit einem einzigartigen, selbst vom eigenen Hersteller dramatisch unterschätzten System. Alles andere – und hier werde ich jetzt ausnahmsweise mal knallhart subjektiv – ist eben einfach alles andere. Happy birthday, Amiga, und: danke dafür!

RETRO-Lounge [96]: Flashback in die Kindheit – Videos sind da schon mal ein guter Anfang

Es muss so gegen Ende der 80er Jahre gewesen sein, als ich meinen ersten Arcadeautomaten „durchgespielt“ habe. Und wie das so ist mit solchen Erinnerungen: auch wenn sie noch so schön sind, sie verblassen meist und man erinnert sich dann nur noch an Fragmente. Irgendwas mit einem Helikopter (waren damals schwer angesagt, siehe Airwolf und Das fliegende Auge), irgendwas mit viel Geballer (ebenso wenig überraschend, wenn es um Helikopter ging), irgendwas mit Augen zu und durch und das Ganze dann vollzogen in einem Pilotensitz, also nicht vor dem Automaten stehend wie sonst üblich. Wenn einem das Erlebnis von damals mitsamt einiger Wissensfetzen aus welchem Grund auch immer spontan wieder einfällt, kann man ja dank allseits beliebter Suchmaschinen sehr schnell zu einem Ergebnis kommen – und siehe da: dieser Automat wars, wie ich heute mit nur wenigen Suchbegriffen und Klicks eruieren konnte …

Nun gibt es in der Welt der Computerspiele natürlich zahlreiche Diskussionen über die Aufbewahrung derselben. Die Hardware hält nicht ewig, aber so ein Wiedersehen mit einem schönen Erfolg aus der Kindheit (siehe oben) macht natürlich viel Freude. Und da ich ab und zu auch im Berliner Computerspielemuseum referiere, erlebe ich die in der Fachwelt engagiert geführten Diskussionen rund um Archivierung und Bewahrung hautnah mit. Die eine Fraktion sagt: Videos reichen. Siehe oben. Erinnerung visualisiert – fertig. Die andere Extremposition lautet: wenn schon, denn schon! Sprich: Originalgerät, Originalsoftware, Originalschreibtisch, Originalstuhl, -tapete, -teppich, -Kinderzimmer halt. Die goldene Mitte: der Emulator. Der wird immerhin auch noch in 30 Jahren ein Erlebnis bieten, wenn die Geräte aus den 80ern längst nicht mehr funktionieren. Nun, letztlich muß jede(r) hier eine individuelle Antwort finden, denn es wird beispielsweise in den Museen (wie auch in Berlin) immer eine gewisse Bandbreite geben, also Videos und Kinderzimmer, reine Berichterstattung und Original-Systeme. Nach fast 30 Jahren „Visualisierungspause“ war für mich das wiederentdeckte Spiel in Videoform schon mal eine nette Sache. Aber so ein eigenes Playthrough im Originalautomat, das wäre natürlich noch viel besser – wenn jemand weiß, wo ein spielbarer „Thunder Blade“-Automat rumsteht, dann bitte sofort in den Kommentaren mitteilen! ;-)

RETRO-Lounge [95]: Yahoo ist am Ende

Also besser gesagt das handgefertigte „Ursprungs-Yahoo“: der legendäre Katalog wird zum Jahresende eingestellt. Damit endet aus wissenschaftlicher Sicht eine Ära, die für das Internet extrem wichtig war. Schließlich fing Yahoo vor 20 Jahren nicht nur mit dieser Directory an, was nichts anderes bedeutet als: sie war die Basis des Erfolgs dieses Internet-Riesen. Die Directory war auch ein Ausdruck des Aufbruchs und für mich persönlich ein mächtiges Zeichen, welches klar machte, was alles dank dieser weltweiten Vernetzung namens „Internet“ möglich ist und überhaupt erst noch möglich sein wird.

Sehr empfehlenswert für einen Rückblick in diese Ära ist im Übrigen diese vierteilige Videoserie: Die Macht der Suchmaschinen. Coke und Popcorn dazu … und dann die perfekte Zeitreise in die 90er genießen! Es waren in der Tat ganz andere Zeiten …

RETRO-Lounge [94]: Wählen gehen!

Eigentlich muss man gar nicht mehr sagen als: Wählen gehen! Jede Wahl ist besser als der Verzicht. Deshalb mein ganz persönlicher Aufruf an alle Wahlberechtigten in Deutschland: gebt eure Stimme ab! Und gönnt euch danach ein gutes C64-Game ;-)

RETRO-Lounge [93]: Wir werden überwacht? Selbst schuld: wir haben ja zugestimmt!

Wo waren eigentlich Terms and Conditions auf dem C64?

RETRO-Lounge [92]: 25 Jahre Amiga 500 – wirklich der „letzte Volkscomputer“?

Winnie Forster schrieb für CHIP.de ein kleines Stück zum 25sten Geburtstag des Commodore Amiga 500. Insgesamt eine unterhaltsame Sache, aber drei Aspekte lassen mich doch stutzen:

1. Kann man den Amiga 500 wirklich als „letzten Volkscomputer“ bezeichnen? Diese Bezeichnung halte ich inhaltlich für so schwierig, daß jenseits des C64 eine Betitelung anderer Systeme vielleicht besser gar nicht erst versucht werden sollte. Denn erstens erscheint der Erfolg des C64 ziemlich einzigartig und zweitens wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nahezu unmöglich sein, hier eine mehrheitskompatible Definition hinzubekommen, die über den 64er hinaus anwendbar erscheint. (Bei diesem ist es letztlich ja auch „nur“ die schiere Masse an Geräten, die in nahezu unveränderter Form – und selbst das dürfte schon kein unumstrittener Punkt sein – auf den Markt kam und den Rechner deshalb entsprechend einzigartig erscheinen läßt und den Amiga selbst dann noch bei weitem übertrifft, wenn man alle (!) Amiga-Modelle zusammenfaßt, siehe hierzu bspw. das C64-Wiki) Mit dieser Begrifflichkeit generiert man vielleicht eine flotte Headline – mehr halte ich jedoch für äußerst schwierig.

2. Forster schreibt: „Bis heute ist strittig, ob das „Cracken“ von Amiga-Software (die Beseitigung des Kopierschutzes) und das dadurch mögliche massenhafte Kopieren kommerzieller Spiele das Ende der Firma Commodore einleitet, oder ob es im Gegenteil die Grundlage für den Amiga-Erfolg ist, weil dadurch die Computerei für Millionen erschwinglich wird.“ Ich bezweifle, daß das wirklich strittig ist – denn es dürfte in diesem Zusammenhang schlicht kein entscheidender Aspekt sein. Überlegungen dieser Art höre (lese) ich an dieser Stelle zum ersten Mal. Bisher war die Mehrheitsmeinung, daß gerade diese enorme Verbreitung von (gecrackter) Software Systeme wie den Amiga deutlich gepusht hat. (Und das Phänomen an sich ist nicht neu, sondern bereits auf dem C64 ein Riesenthema gewesen. Nach Forsters Logik müßte dann ja bereits der C64 zum Niedergang seines Herstellers beigetragen haben, was bekanntermaßen keineswegs der Fall war.) Ich bin bisher davon ausgegangen, daß die völlig absurde Idee von Commodore, eine eigene (sehr teure) PC-Marke um jeden Preis durchzusetzen für den Niedergang verantwortlich war, weil das Geld, welches mit dem Amiga verdient wurde, dort versenkt worden ist. Daß Raubkopien für den Niedergang eines Systems verantwortlich sind, klingt für mich eher nach Print-, Musik- oder Filmlobby als nach Amiga-Realität.

3. „Leider bleibt der Amiga 500 die letzte gute Idee von Commodore.“ Wieder so ein Satz, der mich aufhorchen läßt. War nicht der Amiga 1200 ein System, welches – wie oben bereits erwähnt – nur deshalb mit in die Tiefe gerissen wurde, weil Commodore sich zu sehr dem PC-Markt verschrieb? Details dazu aus dem englischen Wikipedia-Artikel zum A1200 bekräftigen diesen Eindruck: „Commodore had initially been working on a much improved version of the original Amiga chipset, codenamed „AAA“, but when development fell behind they rushed out the less improved AGA found on A1200″ Genau daran erinnere ich mich auch: durch den Abzug des Geldes in die PC-Sparte fehlte es in der Amiga-Abteilung an allen Ecken und Enden. Commodore hatte also keinen Mangel an guten technischen Ideen, sondern es mangelte an einer entsprechenden Strategie. Forster erwähnt dies im Übrigen im weiteren Verlauf seines Artikels selbst: „Commodore fehlen längst die Marketing- und Vertriebsmuskeln, um gegen Sega und Nintendo, IBM und Apple zu bestehen – eine Ära geht zu Ende.“

Was denkt ihr?