Archiv der Kategorie: Texte

„Retroland“ neuer Roman von Constantin Gillies

Alles hat 2008 angefangen, als der erste Teil von „Extraleben“ erschien. Die Geschichte von zwei Nerds, die in ihrem alten Heimcomputer auf ein Geheimnis stoßen, traf den Nerv der “Generation Commodore 64“ und entwickelte sich schnell zum Geheimtipp. Das Magazin “PC Action“ erklärt “Extraleben“ zum „mit Abstand besten Roman zum Thema Computerspiele“. Mit den Romanen „Der Bug“ und “Endboss“ setzte Autor Constantin Gillies die Kultserie fort, die mittlerweile zehntausende von Lesern hat.
Die Fans erwarteten schon sehnsüchtig die Fortsetzung. In den sozialen Netzwerken wird die Nachricht von “Extraleben 4“ frenetisch gefeiert. “Schlagartig ist mir Star Wars 7 sowas von egal“, gibt ein Fan auf Twitter zu Protokoll. “Dieses Jahr zwei Mal Weihnachten!“ jubelt ein Facebook-Nutzer.

Exklusiv mit vier Kapiteln aus dem aktuellen Teil gibt es einen Einblick in das Leben von Nick und Kee, den schrulligen Nerds.

Retroland_Cover_kkHab’s verstanden, Alter, du bist voll beschäftigt.
Zum Beispiel damit, maximal uncool zu werden!
Ich meine – Schiebetüren? Sitzen wir wirklich in einem Auto mit
Schiebetüren? Schlimmer geht’s ja wohl nicht! So ein französischer Familienbomber, den nur Lehrer oder Handwerker fahren und wo anscheinend schon in der Fabrik diese Tigerenten-Sonnenschutzdinger reingeklatscht werden. Eine Demütigung. Der Beifahrer hat sich die Sache
natürlich schon zurechtgebogen, mit diesem einen Wort, das mehr Horror verspricht als jedes andere:

 

„Alter, der ist total praktisch!“

Alles klar. Praktisch. Praktische Klamotten, praktisches Schuhwerk, praktische Frauen. Das bedeutet nichts anderes als: Sieht scheiße aus, aber du bist zu träge, dir was Besseres zu suchen. Kaum eine Liste ist länger als die mit den Sachen, die ach so praktisch sind: Schlafmaske, Bluetooth-Headset, Bändchen für die Sonnenbrille,
diese Hosenbeinklemmen für Radfahrer, Cabrios mit mehr als zwei Sitzplätzen.
Total superpraktisch alles.
Und zugleich der schnellste Weg, die eigene Restcoolheit zu vernichten.
Praktisch. Praktisch unsichtbar sind wir jedenfalls für Frauen. Niemals in der Geschichte der Menschheit hat ein attraktives weibliches Wesen ihren Kopf zur Seite bewegt, um zu checken, wer in so einer Karre am Steuer sitzt.
Sie schießen auf der Überholspur vorbei, den Blick starr nach vorne gerichtet.
Wir sind unsichtbar. Nein – wir sitzen in einem Stealth-Auto! Dass
Nick nicht auf diesen Dreh gekommen ist! Das klingt doch gleich ziemlich militärisch und damit auf eine diffuse Art gut. Wir rollen in einem Stealth- Auto in den Sonnenuntergang, mit Kindersitzbefestigung nach ISO-Norm.

uncool

Die Helden für eine Mark sind tief gefallen.
Natürlich alles nur Neid. In echt hat Nick alles richtig gemacht, das
Familiending einzustielen und so. Es war einfach Zeit.
Theoretisch ist selbst mir das klar.
Jeden Morgen beim Aufstehen ist da dieser nagende Gedanke: Es ist schon Halbzeit durch, wäre es nicht langsam Zeit, in die Puschen zu kommen?
Der Counter zählt ja runter. Und trotzdem weigert sich der Rest des Menschen, auch nur einen Finger zu rühren.
Ich stehe da, wie mit Sekundenkleber an den Boden geleimt, währendvom Strand her die Tsunamiwelle anrollt, die vom Meteoriteneinschlag aufgetürmt wurde.
Und warum? Weil noch ein Extraleben bleibt

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Retrokalender-Rückblick: Dezember

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende entgegen. Wir blicken zurück auf die Dezembermonate goldener Retro-Jahre…

NEC PC-FX (klein)

Am 1. Dezember 1982 erscheint die Flugzeug-Action RIVER RAID für das Atari 2600. Am 19. Dezember 1984 landet das Spiel bei uns auf dem Index und wird erst 2002, auf Antrag des Herstellers Activision, der es im Rahmen der „Activision Anthology“ für die PlayStation 2 veröffentlichen möchte, wieder freigegeben. Retrokalender-Rückblick: Dezember weiterlesen

HiRes-Bilder auf Schneider EuroPC

Einen kleinen Blogbeitrag zum Thema Scrolling übergroßer HiRes-Bilder auf dem Schneider EuroPC gibt es hier in meinem Blog, sogar mit Videobeweis. Vielleicht interessiert es jemanden.

„20 Jahre PC-Games“ – kann das gutgehen?

Dieser Tage hatte ich mir mal wieder eine aktuelle PC-Games gekauft. Mit den darin präsentierten Spielen bzw. der Mentalität im Heft kann ich eigentlich schon seit Jahr(zehnt)en nichts mehr anfangen, mich interessierte aber dezent der „20 Jahre PC-Games“-Artikel mit dem Thema Hardware. Konnte das gutgehen?
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Ein paar Gedanken zur Haltbarkeit

Dieser Tage habe ich mal wieder eine Bestandsaufnahme meiner technischen Geräte gemacht. Im Zuge einer weiteren medialen Entdigitalisierung haben sich ja gewisse Änderungen ergeben. Mein ältestes technisches bzw. mediales Gerät ist das Röhrenradio von 1954, mein topaktuellstes technisches Gerät ist der Pentium 166 von 1997. Das ist auch eine passende Trennlinie, denn spätestens um 1997 herum hatte ich ja gesagt, daß ich das Aufrüst- und Anpassungsspiel nicht mehr weiter mitspielen werde.

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Internetgedanken

Was mir in letzter Zeit auffiel: ich habe eigentlich fast jedes Interesse an diesem modernen „Internet“ verloren. Das war nicht immer so. In den 90ern fand ich das ganze Internetzeugs eigentlich durchaus noch interessant und anregend. Das hatte sicher auch damit zu tun, daß es einmal ein sehr genügsames Medium war. Obwohl sich die Aufrüst- und Anpassungsspirale immer höher zu drehen begann, wenn man ab Mitte der 90er auch weiterhin „in“ sein wollte, reichte für das Internet sogar in Farbe und bunt lange Zeit ein 386er oder 486er mit 16-Bit-Kram aus (wenn man nur Text wollte, natürlich auch noch weit weniger).
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Von Randgruppen zu Zielgruppen

Worüber ich mir wieder etwas Gedanken gemacht habe, ist über den Unterschied zwischen sogenanntem „Retro-tum“ in den 1990ern und sogenanntem „Retro-tum“ heutzutage. Auf den kürzesten Nenner gebracht, ist der IMO grundlegende Unterschied wohl jener, daß es früher (gerade im digitalen Bereich) doch eine Randerscheinung war, der der Markt eher irritiert gegenüberstand, während es heutzutage ein allzu kalkuliertes Zielgruppenschema geworden ist, daß derart in den Markt integriert wurde, daß echte „Opposition“ oft kaum mehr sichtbar ist. Früher waren es die Leute, die man niemals in den modernen Computerläden sah, und die ihre Software auf dem Flohmarkt gekauft haben, heute sind es Kunden für ein etabliertes Marktsegment.
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Retromedien 2012

Um mal wieder ein paar etwas kontroverse Fragen zu stellen:

wenn man sich die letzten 3 oder 4 Seiten News hier auf der Webseite so ansieht, dann bestehen die (mit Ausnahme des langen Buchkapitels) zu einem großen Teil aus kurzen Beiträgen mit diversen Audio- und Youtube-Links. Was ich persönlich vermisse, sind längere und individuelle Beiträge, z.B. mit Retrogedanken, konkreten Artikeln oder Kritiken, die aus mehr als ein paar einleitenden Infozeilen und einem Media-Link bestehen. Kurz gesagt: Beiträge mit mehr Worten und individuellem Touch des Schreibers und nicht nur als kurze Überleitung zum sogenannten „zeitgemäßen“ media stream. Letztere führen IMO nur zu wenigen Kommentaren bzw. verlagert sich jede Form von Diskussion eher in Richtung von standardisierten Plattformen, die für mich persönlich mit einem echten (kritischen/non-kommerziellen) Retrogedanken nur sehr wenig zu tun haben.

Weiterführend könnte man sich natürlich die Frage stellen, warum heutzutage Retro-Gedanken überhaupt so deutlich fast nur noch über Standardformate und Standardkanäle übermittelt werden. Sollte man für Retro-Themen nicht auch bisweilen die passende „Verpackung“ haben? Wer keinerlei Möglichkeiten für Kanäle wie youtube, podcast, Web 2.0, Facebook-„Pflicht“ und sonstige up-to-date-Gepflogenheiten hat, bleibt schnell außen vor. Wobei die Retro-Webseite durch ihre topmoderne Gestaltung sowieso jeden Anwender älterer Browser aussperrt, da hilft auch kein pocketproxy mehr (wobei es den unter http://de.pocketproxy.com sowieso nicht mehr zu geben scheint).

Nun kann es natürlich sein, daß das alles nur mich betrifft. Dennoch würden mich ein paar Meinungen und Gedanken dazu interessieren.

Gratis-Kapitel aus Endboss (Extraleben Teil III): Das Lisa-Prinzip

Im Altenheim gibts ja angeblich spezielle Zimmer für Demenzkranke, die genauso eingerichtet werden, wie die Oldies das in ihrer Jugend gut fanden, also mit Nierentisch und Peter-Kraus-Poster an der Wand et cetera. Wenn man die Alten da reinsetzt, werden sie angeblich ganz ruhig und happy, weil sie sich wieder zuhause fühlen.

Wir haben uns auch so ein Demenzzimmer eingerichtet, nur bei uns heißt es Büro.

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