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Das „Pac-Man“-Desaster

Vor fast 30 Jahren, am 12. März 1982, wurde der Spielhallenknaller „Pac-Man“ für Ataris Hit-Konsole 2600 veröffentlicht. Leider konnte die Umsetzung für die auch Video Computer System (oder kurz VCS) genannte Konsole nicht einmal annähernd Spielhallenqualität erreichen. Selbst für VCS-Verhältnisse war die Grafik mies und flackerte kläglich und vom spaßigen Gameplay blieb nicht viel übrig. Ähnlich wie das berüchtigte „E.T.“-Spiel gehört die „Pac-Man“-Version für das VCS zu den schlechtesten Spielen auf dieser Konsole. Da man sich bei Atari des Erfolges sicher war, produzierte man gleich mehr als 10 Millionen Module, von denen man aber „nur“ 7 Millionen absetzen konnte. Damit ist „Pac-Man“ zwar das meistverkaufte Spiel auf dem Atari VCS, war aber sowohl kommerziell als auch spielerisch ein Desaster.

Kurz angespielt: E.T. the Extra-Terrestrial

Zu Spielbergs Filmklassiker und Kassenhit von 1982 durfte eine Spielumsetzung natürlich nicht fehlen. Doch weil man das Spiel unbedingt zum Weihnachtsgeschäft fertig haben musste, mangelte es den Programmierern erheblich an Entwicklungszeit. Man hatte sage und schreibe nur 6 Wochen Zeit, um »E.T.« zu produzieren – viel zu wenig, um ein halbwegs vernünftiges Spiel zu erschaffen. So wurde »E.T.« für das Atari 2600 zu einem der berüchtigtsten Spiele überhaupt.

Und darüber hinaus trug es für viele nicht nur zum Untergang des Atari 2600 bei, sondern war einer der Hauptgründe für den Videospielcrash. Jahrzehntelang hielt sich das Gerücht, der Hersteller hätte tausende von nicht verkauften Modulen in der Wüste von New Mexico vergraben. Angeblich hatte Atari 12 Millionen »E.T.«-Module produziert und damit 2 Millionen mehr, als es Atari 2600-Konsolen gab! Die Atari-Bosse hofften, dass sich Spieler allein E.T.s wegen eine Atari 2600-Konsole zulegen würden. Stattdessen schickten wütende Spieler Atari zu Hunderten ihre »E.T.«-Module zurück. Doch worum geht es nun eigentlich im Spiel? Ziel ist es, E.T. beim Einsammeln von Teilen eines Telefons zu helfen, damit er »nach Hause telefonieren« kann. Das Einsammeln hat nicht nur wenig mit der Story des Films zu tun, sondern wird auch noch durch unbekannte Schauplätze, die ebenfalls nichts mit dem Film zu tun haben, und weitere fragwürdige Gameplay-Entscheidungen untermauert. Man flüchtet vor seltsam aussehenden Mantelträgern und fällt in diverse Gruben, um dort Teile des Telefons einzusammeln. Um aus einer Grube herauszukommen, muss E.T. seinen Hals recken, um dann ewig langsam nach oben zu schweben. Stimmt zudem das Timing nicht, fällt man wieder in die Grube zurück. Dann und wann findet sich dort eine vertrocknete Blume, die man wiederbeleben kann. Sinn macht das alles herzlich wenig. Hat man alle Teile des Telefons zusammen, wird man vom Mutterschiff abgeholt und das ganze eintönige Gameplay beginnt von vorn. Innerhalb von fünf Minuten kann man das Spiel durchspielen – wenn man es schafft, so lange die Nerven zu behalten. Kurz angespielt: E.T. the Extra-Terrestrial weiterlesen